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MEDIZIN Heerscharen von Waisen

In den Industriestaaten haben neue Medikamente Aids viel von seinem Schrecken genommen. In der übrigen Welt galoppiert die Seuche ungebremst. Beispielhaft und mit Erfolg beugt Uganda dem Aidskollaps vor. Als erster Staat Afrikas nimmt das Land an Impfstoff-Tests teil.
Von Rainer Paul
aus DER SPIEGEL 5/1999

Die grauen Betonwände des fensterlosen Raumes sind nackt, bis auf einen Rosenkranz, der am Türrahmen hängt. »Das Geschenk eines Christen«, sagt die Muslimin Mariam Ndagire. Noch mehr aber bedeutet der fröhlich dreinschauenden Frau eine andere Gabe: In der nach Mekka weisenden Raumecke hockt eine Henne über zwei frisch gelegten Eiern - ein willkommener Beitrag zur Hauptmahlzeit dieses Tages im Fastenmonat Ramadan.

Das Essen, das die 80jährige Mariam Ndagire für sich und ihre 13 Enkelkinder nach Sonneruntergang bereitet, ist alles andere als ein Festmahl, wie es muslimischer Brauch wäre. Es gibt Kartoffeln und Kassava, jene mehlige Pampe, die vielen armen Afrikanern den Bauch füllt und den Hunger dämpft, aber außer Stärke kaum wichtige Nährstoffe enthält. Zum Nachtisch gibt es Bananen; an denen zumindest gibt es im Agrarland Uganda keinen Mangel.

So karg und ärmlich wie derzeit ist es im Haus der alten Frau, Mutter von sieben Söhnen und drei Töchtern, nicht immer zugegangen. Vor zehn Jahren hatten ihre Kinder einige hunderttausend Uganda-Schillinge aus dem Verkaufserlös selbst angebauter Feldfrüchte abzweigen können und der Mutter eine Reise nach Mekka ermöglicht.

Doch mit dem Lebensstandard der Familie ging es kurz nach der Rückkehr der Wallfahrerin, die seitdem den Beinamen Hadschati führen darf, rapide bergab. Fünf ihrer erwachsenen Kinder starben, sie erlagen der Seuche, die in Uganda bereits mehr als eine halbe Million Opfer gefordert hat - der Immunschwächekrankheit Aids.

Ihrer Mutter hinterließen die einstigen Ernährer dreieinhalb Hektar Ackerland und ein baufälliges Gebäude. Während der Regenzeit im Sommer peitschte der Regen in die inzwischen zugemauerten Fensterhöhlen. Die Löcher im Wellblechdach waren groß wie Kinderfäuste; die fünf im Haushalt befindlichen Plastikschüsseln reichten nicht aus, die Sturzfluten von der Decke aufzufangen.

So mußten die Kinder ihre Nächte oft dichtgedrängt auf dem Betonfußboden sitzend verbringen. Schlaftrunken trotteten sie am Morgen in die Schule nach Mukono, einem Vorort der ugandischen Hauptstadt Kampala. Doch sosehr sich ihre sechs schulpflichtigen Enkel auch bemühten, Zeugnisse brachten sie nur selten mit nach Hause; zu häufig hatte Großmutter Ndagire das Schulgeld nicht rechtzeitig bezahlen können.

Die von ihr behüteten und bekochten 13 Kinder sind zwischen zwei und zwölf Jahren alt. Die Frage, welche ihrer Enkel den Aidserreger in sich tragen, beantwortet die Hadschati mit beinahe lässiger Bewegung: Vier ihrer Jüngsten legt sie die Hand auf. Ihre Blicke sind flehend, die Augen glänzen fiebernd, die Bäuche sind von einseitiger Mangelernährung gebläht.

Die hilflose Geste verdeutlicht, was westliche Besucher zumeist schon lange verdrängt haben: In vielen Industriestaaten des Westens scheint die Immunschwächekrankheit Aids viel von ihrer Brisanz verloren zu haben.

Seit neue Medikamente den Ausbruch des Leidens hinauszögern und den Infizierten eine längere Lebensfrist gewähren, sind Berichte darüber in den Medien rar geworden. Dennoch galoppiert die Seuche weltweit ungebremst voran: Ende letzten Jahres waren insgesamt 33,4 Millionen Menschen HIV-infiziert, knapp 6 Millionen mehr als im Jahr zuvor.

Von den mehr als 500 Millionen Einwohnern in Europa und Nordamerika infizierten sich im vergangenen Jahr etwa 75 000 mit dem Aidserreger. In den südlich der Sahara gelegenen Gebieten Schwarzafrikas, wo rund 600 Millionen Menschen wohnen, waren es 50mal mehr.

In rund einem Dutzend dieser Länder ist inzwischen mehr als jeder zehnte Erwachsene im Alter zwischen 15 und 49 Jahren HIV-infiziert. Eine doppelt so hohe Rate melden Botswana, Namibia, Swaziland und Sambia. Eine besonders explosive Entwicklung verzeichnet Südafrika, wo die HIV-Infektionen erst Anfang der neunziger Jahre epidemische Ausmaße angenommen haben. Hatte die Durchseuchungsrate in Südafrika Ende 1997 noch 12,9 Prozent betragen, lag sie zwölf Monate später bereits bei 15 Prozent.

»Afrika ist ein einziges Desaster«, sagt Jean-Louis Lamboray von der in Genf ansässigen Organisation Unaids. Das Gemeinschaftsunternehmen mit Experten aus vier Uno-Abteilungen, der Weltgesundheitsorganisation WHO und der Weltbank war vor drei Jahren mit der Absicht gegründet worden, die Pandemie mit »innovativen Aktionen auf breiter Front unter Berücksichtigung sozio-ökonomischer Ursachen und Folgen« anzugehen.

Die »längst überfällige Reform« sei notwendig gewesen, weil »wir den Kampf gegen Aids in Afrika mit dem falschen Fuß begonnen hatten«, bekennt Lamboray. Lange sei die Strategie an »grünen Tischen in San Francisco, New York und Genf ausgetüftelt« worden, ohne sich mit den Betroffenen »am Ende der Pipeline« abgestimmt zu haben.

So hatten die Aidsbekämpfer der WHO in den achtziger Jahren Schwule und Fixer als besonders gefährdete Risikogruppen herausgestellt. »Diese Klientel ist bei uns jedoch überhaupt kein Thema«, sagt Elizabeth Madraa vom ugandischen Gesundheitsministerium. Die Leiterin des Kontrollprogramms für sexuell übertragbare Krankheiten nimmt das Eingeständnis des einstigen Weltbank-Mitarbeiters Lamboray mit sichtlicher Genugtuung zur Kenntnis: »Wir haben den falschen Ansatz rasch erkannt und einen eigenen Weg gefunden«, sagt die Medizinerin, die ihren Stolz nicht verhehlt, daß Uganda als einziger Staat Schwarzafrikas »Erfolge in Sachen Aids vorweisen« könne.

Schon 1982 gab es in Uganda erste Anzeichen einer Aidsepidemie. Acht Jahre später hatte sich die Seuche derart rapide verbreitet, daß Soziologen und Mediziner Uganda eine düstere Zukunft prophezeiten. Die »Perle Afrikas«, wie Uganda zu Zeiten der britischen Kolonialherrschaft hieß, hatte nicht nur ihren Schimmer verloren, sondern drohte zum »Ground Zero der Aidsexplosion« zu werden, wie die »Los Angeles Times« in Anlehnung an den Ort der ersten Atombomben-Explosion schrieb.

Mitarbeiter der amerikanischen Forschungsorganisation Futures Group hatten damals den Einfluß von Aids auf die Bevölkerungsentwicklung in Uganda untersucht. Von 16 Millionen Menschen im Jahr 1990, so sagten die US-Zukunftsforscher voraus, werde die Gesamtbevölkerung bis 2010 auf nur 20 Millionen steigen, von denen mindestens jeder dritte HIV-infiziert sein werde. Ohne Aids wäre die Bevölkerung Ugandas in demselben Zeitraum auf 37 Millionen gesunde Menschen angewachsen.

Andere Experten wollten nicht ausschließen, daß Uganda durch Aids eine Generation seiner Bürger verlieren würde, so wie zuvor schon unter den mörderischen Diktaturen von Milton Obote und Idi Amin.

»Wir haben jede dieser Warnungen ernst genommen«, versichert Omwony Ojwok, Direktor der Uganda Aids Commission, und »uns mit den uns gegebenen bescheidenen Mitteln bemüht gegenzusteuern«.

Einige Erfolge kann er bereits vorweisen: Die Durchseuchungsrate der erwachsenen Bevölkerung liegt zur Zeit mit etwa zehn Prozent rund zwei Prozentpunkte unter den Vorhersagen. Darüber hinaus ist die Zahl der Neuinfektionen besonders in der Altersgruppe der 15- bis 19jährigen Mädchen und jungen Frauen seit zwei Jahren rückläufig.

Auch Neugeborene kommen seltener infiziert zur Welt, seit HIV-positiven Frauen in den letzten Schwangerschaftswochen das Antiviren-Medikament AZT verschrieben wird. Von 30 auf 20 Prozent verringert wurde das Risiko einer Infektion bei der Geburt zudem durch häufigere Kaiserschnitt-Entbindungen in den Großstädten.

Entscheidend für solche und ähnliche Erfolge, darüber sind sich Seuchenmediziner, Soziologen und Politiker einig, war in Uganda die breite, vorurteilslose und öffentliche Diskussion um das Problem Aids. Sie war angestoßen worden vom Staatspräsidenten Yoweri Museveni, der schon wenige Monate nach seiner Amtsübernahme 1986 Aids zum zentralen Thema seiner Gesundheitspolitik machte.

Museveni gewöhnte es sich an, seine öffentlichen Reden im Stile Catos mit einem »Ceterum censeo« zu beenden: »Mit dem Problem Aids«, so Musevenis rhetorischer Weckruf, »wird jeder Einwohner Ugandas über kurz oder lang konfrontiert werden.« So kam es auch.

Nach Schätzung von Kommissionsdirektor Ojwok haben sich bislang etwa zweieinhalb Millionen ugandische Bürger mit dem HI-Virus infiziert. Mehr als eine halbe Million von ihnen sind bereits verstorben; knapp eine weitere halbe Million leiden unter dem Vollbild Aids oder unter einer der typischen »opportunistischen« Begleiterkrankungen. »In Uganda gibt es wahrscheinlich nicht einen einzigen Bürger, dessen Familie von Aids und HIV nicht betroffen ist«, sagt Ojwok.

Im Gegensatz zu vielen anderen afrikanischen Ländern, wo die Seuche nur selten oder, wie etwa in Sambia, gar nicht öffentlich erwähnt wird, ist Aids im Sprachschatz der Bürger Ugandas fest verankert; über 95 Prozent von ihnen wissen um die Aidsgefahr; die meisten von ihnen kennen Mittel und Wege, HIV-Infektionen zu vermeiden: 50 Millionen Kondome wurden letztes Jahr in Uganda verkauft oder im Rahmen von Aufklärungsaktionen kostenlos verteilt.

»Wir haben mit Sicherheit viel erreicht, allerdings wäre noch viel mehr drin gewesen«, sagt Rubaramira Ruranga, 50. Der Major der ugandischen Armee weiß seit 1988, daß er HIV-positiv ist, und erinnert sich an die »fünf verdammt einsamen Jahre, die danach kamen«. Ruranga: »Ich fraß die Krankheit in mich hinein und wartete auf den Ausbruch.« Zum Schlüsselerlebnis wurde für den Major die Bekanntschaft mit 350 HIV-positiven Leidensgenossen, die er 1993 auf einer Aidskonferenz in Acapulco traf. »Keiner von denen dachte ans Sterben«, sagt Ruranga; er kehrte nach Uganda mit dem Plan zurück, »jede Stadt, jedes Dorf bis in den letzten Winkel des Landes« mit einem Kommunikationsnetz zu überziehen. Die Stützpfeiler des Netzwerks sollten, so Rurangas Vorstellung, junge HIV-infizierte Menschen sein, die bereit waren, Leidensgenossen zuzuhören, zu helfen und Gesunde aufzuklären.

Museveni, dem Ruranga sein Vorhaben erläuterte, schob das Projekt mit einem Scheck über 65 000 US-Dollar an. Der Major kaufte dafür einen Computer, ein geländegängiges Auto und stellte eine junge freiwillige Helfergruppe an. Diese ist mittlerweile in 13 Distrikten des Landes aktiv, Ende nächsten Jahres soll Rurangas Nationales Netzwerk in jedem der 46 unlängst in die Selbstverwaltung entlassenen Distrikte Ugandas tätig sein.

Engagierte Eigeninitiative, wie sie der rührige Major zeigt, kennzeichnet Ugandas Kampf gegen die Seuche und erklärt viele der bisher erreichten Teilerfolge. Mehr als 1500 sogenannte Non Governmental Organizations (NGOs) sind mittlerweile in irgendeiner Form damit beschäftigt, die schlimmsten Auswirkungen abzumildern und eine weitere Ausbreitung zu begrenzen.

Zu den ältesten ugandischen NGOs zählt die Ende der achtziger Jahre in der Hauptstadt Kampala gegründete »Taso« ("The Aids Support Organization"). Er wolle den HIV-Infizierten helfen, »das Todesurteil Aids seelisch zu bewältigen«, sagt Peter Ssebbanja, der bei Taso für die Abteilung Mobilisierung und Aufklärung verantwortlich ist.

Die derzeit knapp 300 bei Taso beschäftigten Mitarbeiter kümmern sich um rund 20 000 Patienten. Die sieben Taso-Zentren liegen in der Nähe von staatlichen Krankenhäusern, die den HIV-Status von Taso-Klienten gegen eine geringe Gebühr, oft sogar kostenlos bestimmen. Bei positivem Ausgang dieser Untersuchung übernehmen Ärzte, die unentgeltlich für Taso arbeiten, die weitere Betreuung.

Die Palette der Tabletten und Tinkturen reicht von einfachen Schmerzmitteln (Aspirin) über Rezepturen gegen opportunistische Infektionen wie Pilzerkrankungen der Schleimhäute und Hustensäfte bis zu Antibiotika gegen Tuberkulose und Anti-Malaria-Mittel.

Sobald sich der Zustand von Taso-Patienten so weit verschlechtert, daß sie den Weg in die ambulante Sprechstunde nicht mehr schaffen, machen Taso-Teams auch Hausbesuche im Busch. Wenn der Patient es wünscht, nehmen die Teams aus je einer Krankenschwester und einem Arzt auch einen Priester mit.

Die Notwendigkeit, auf die Opfer und die Hauptbetroffenen zuzugehen statt auf ihr Kommen zu warten, haben auch andere Hilfsgruppen erkannt, die ähnlich wie Taso organisiert sind.

Im April 1995 war die jüngste Tochter von Mariam Ndagire qualvoll an Aids gestorben. Die Großmutter stand allein mit 13 Enkeln da. »Eines Tages im Oktober«, erzählt die hochgewachsene alte Dame in genuscheltem Kisuaheli, »bekam ich Besuch von zwei jungen Leuten aus Kampala. Die guckten sich das Haus an und rückten eine Woche später mit Steinen und Zement an. Von außen wurden Wände hochgezogen, ein neues Dach wurde draufgelegt - nun haben wir alle ein trockenes Heim.«

Die Bauarbeiter waren Mitglieder der Organisation AWOFS (Aids Widow Orphans Family Support). Diese Gruppe kümmert sich hauptsächlich um Aidswaisen, die von Großmüttern oder Geschwistern versorgt werden. »Unser Ziel ist es, den ältesten Kindern dieser Großfamilie das Erlernen eines Handwerks zu ermöglichen, damit die Familie wieder einen Ernährer bekommt«, sagt AWOFS-Managerin Beatrice Lubega.

Schon die Bürgerkriege und Hungerkatastrophen vergangener Jahrzehnte haben in vielen Staaten Afrikas eine Heerschar von Waisen entstehen lassen. Aids hat dieses Problem enorm verschärft. Für die ländlichen Gebiete der ostafrikanischen Staaten weist eine Uno-Statistik aus, daß 40 Prozent der dort lebenden unter 15jährigen Kinder mindestens einen Elternteil durch Aids verloren haben. Im vorletzten Jahr schuf die Seuche 1,7 Millionen neue Waisen, 90 Prozent von ihnen leben in den Ländern südlich der Sahara.

In Sambia, wo in nahezu jedem zweiten Haushalt zumindest ein Waisenkind mitversorgt werden muß, leben rund eine halbe Million Aidswaisen, in Uganda sind es derzeit doppelt so viele. Die Bedingungen, unter denen viele dieser Kinder aufwachsen, zeigten häufig, so Unaids-Experte Lamboray, daß die »so oft als hehres Beispiel zitierte afrikanische Großfamilie nur noch ein Mythos« sei.

Die von den Familien entfernter Verwandter durchgefütterten Waisen werden oft vernachlässigt. Sie bekommen als letzte zu essen, als letzte Schuhe, als letzte Schulkleidung und Schulgeld. Die Mädchen werden sehr früh verheiratet, meist mit 12 oder 13 Jahren, damit die ernährende Familie den vielerorts fälligen Brautpreis kassieren kann.

Um den Ärmsten zu helfen, hat die Regierung Museveni vorletztes Jahr die Gebühren für den Besuch öffentlicher Schulen gestrichen; erwogen werden derzeit Pläne, die aus britischer Kolonialzeit stammende Pflicht zur Schuluniform zu lockern, damit auch die ärmsten Kinder die Schule besuchen können. »Wenn das nicht durchgezogen wird«, so die Befürchtung von Major Ruranga, »haben wir schon bald Hunderttausende von Analphabeten, die unseren mühsam erarbeiteten wirtschaftlichen Fortschritt in kürzester Zeit wieder zunichte machen können.«

Von solchen durchaus naheliegenden Bedenken wird Peter Mugyenyi nicht geplagt. Der in Großbritannien ausgebildete Mediziner hat mit Hilfe in- und ausländischer Kollegen in den Gebäuden des früheren Armee-Hauptquartiers das außerhalb Südafrikas wohl modernste medizinische Forschungszentrum des Schwarzen Kontinents aufgebaut.

Das Joint Clinical Research Centre (JCRC), dessen Mitarbeiter laut Direktor Mugyenyi mehr Forschungsarbeiten veröffentlicht haben als alle anderen afrikanischen Mediziner zusammengenommen, hat seine Studien bislang auf die Erforschung opportunistischer Begleiterkrankungen von Aids konzentriert.

In wenigen Wochen aber steht das JCRC »im Zentrum einer neuen Studie, mit der wir beweisen müssen, daß wir so gut sind, wie wir vorgeben«, sagt Mugyenyi: Eine Gruppe von 40 Freiwilligen wird an einem Impfstoff-Versuch teilnehmen, der in ferner Zukunft vielleicht vor einer HIV-Infektion schützen könnte.

Bei der »klitzekleinen Studie« (Mugyenyi) handelt es sich erst um die Versuchsphase I, bei der die Immunreaktion eines potentiellen Impfstoffs getestet wird. Angaben über Verträglichkeit oder Wirksamkeit der in Frankreich entwickelten Substanz sind von der Studie nicht zu erwarten. Überdies sind gleichartige Versuchsreihen schon in Europa und in den USA abgeschlossen.

Trotzdem, davon ist Peter Mugyenyi überzeugt, wird sich die Teilnahme für Uganda lohnen: »Wenn es in zwei, in zehn oder in noch mehr Jahren einen Aidsimpfstoff gibt, werden wir ihn bekommen, zu einem Preis, den wir bezahlen können.« RAINER PAUL

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