Zur Ausgabe
Artikel 52 / 81

Hefepilze als Giftmelder

aus DER SPIEGEL 37/1987

Mit Hefepilzen, so glauben Biochemiker und Molekularbiologen an der FU Berlin, können in Zukunft Umweltchemikalien auf ihre Schädlichkeit für Mensch und Natur getestet werden. Die nur rund einen Hundertstelmillimeter großen Organismen, unentbehrliche Helfer von Brotbäckern und Bierbrauern, sind in allen Zellbestandteilen genauso aufgebaut wie die Zellen höherer Tiere und Pflanzen. Um die Giftigkeit von Substanzen bestimmen zu können, messen die Forscher, wie sehr die Vermehrungsfähigkeit der Kleinstlebewesen beim Kontakt mit den chemischen Stoffen beeinträchtigt wird. Die Tests lassen sich innerhalb eines Tages mit nur geringem Arbeitsaufwand durchführen. Etwa 60 verschiedene Umweltchemikalien sind nach Angaben der Berliner Arbeitsgruppe bereits auf ihre Toxizität untersucht worden. Biologische Warnsysteme dieser Art könnten es eines Tages ermöglichen, Schädlichkeitstests billiger und schneller durchzuführen und etwa die bisher als »Giftsensoren« dienenden Forellen ersetzen.

Zur Ausgabe
Artikel 52 / 81
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.