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GEOLOGIE Heiße Lava mit kalten Folgen

aus DER SPIEGEL 25/1998

In italienischen Chroniken aus dem Jahr 1601 ist nachzulesen, wie schrecklich jener Sommer in dem sonnenverwöhnten Land gewesen sein muß. Noch im Juli gab es Frostnächte, der Himmel »war die meiste Zeit des Jahres bedeckt«. Jetzt haben schweizerische und britische Geologen die Ursache des kalten Sommers erkundet. Demnach hatte der Vulkan Huaynaputina in den peruanischen Anden im Februar 1600 gewaltige Mengen schwefelhaltiger Aerosole ausgestoßen und damit den Sommer von 1601 zu einem »der kältesten auf der Nordhalbkugel in den letzten 600 Jahren« werden lassen, wie die Forscher in der Zeitschrift »Nature« berichten. Die Geologen verglichen die Konzentration von Schwefelaerosolen in Eisbohrkernen mit der Stärke von Baumjahresringen der entsprechenden Zeitabschnitte. Die nach diesem Verfahren aufgestellte Hitliste der Vulkanausbrüche von 1450 (Aniakchak, Alaska) bis 1991 (Pinatubo) bestätigt eindrucksvoll die These vom erdabkühlenden Einfluß der Vulkane - vor allem nach Gewalteruptionen wie der des westlich von Java gelegenen Krakatau, dessen Ausbruchsgrollen 1883 noch 4000 Kilometer entfernt in Australien zu vernehmen war.

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