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Verkehrstechnik Helfer am Heck

aus DER SPIEGEL 9/1994

Amerikanische Firmen wollen die Technik, mit der bisher Radiowellen aus dem Weltall aufgefangen und analysiert wurden, für den Straßenverkehr nutzen. Das im kalifornischen San Diego ansässige Unternehmen Vorad Safety System Inc. hat ein Kollisionswarnsystem entwickelt, das vor allem in Omnibussen und Lastkraftwagen eingesetzt wird. Eine zylindrische Sende- und Empfangseinheit an der Fahrzeugfront sendet dabei Millimeterwellen in Fahrtrichtung aus und mißt, anhand des Echos, die Distanz zu Hindernissen, denen sich das Fahrzeug nähert. Ein seitwärts am Heck angebrachtes Gerät vermag den bei Fahrzeugen großer Länge besonders ausgeprägten »toten Winkel« zu überbrücken. Die reflektierten Millimeterwellen werden von einem Bordcomputer ausgewertet, der im Gefahrenfall den Fahrer alarmiert und über den Tempomaten automatisch die Geschwindigkeit des Fahrzeugs verringert. Hauptsächlich auf Pkw zugeschnitten ist ein vergleichbares System der Firma Millitech Corp. aus South Deerfield (US-Bundesstaat Massachusetts), an dessen Entwicklung sich Daimler-Benz und Ford beteiligen. Während das Millitech-Verfahren nach Firmenangaben erstmals 1996 verfügbar sein soll (geschätzter Stückpreis: 1200 Dollar), ist das Vorad-System bereits erfolgreich getestet worden. Vorletztes Jahr wurde die gesamte Flotte der Greyhound-Busse damit bestückt. Ergebnis: Hatte es bei Greyhound im November 1991 noch rund 34 Unfälle je Million gefahrener Busmeilen gegeben, so sank die Rate im Vergleichsmonat des letzten Jahres dank Vorad auf nur noch wenig mehr als vier Unfälle pro Million Meilen.

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_230b Kontrollsysteme zur Unfallverhütung

[GrafiktextEnde]

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