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SCHLAGANFALL Hilfe durch Gegenstrom

aus DER SPIEGEL 8/1997

Der amerikanische Neurochirurg John Frazee vom Medical Center der University of California in Los Angeles und seine Kollegen haben eine radikale Methode zur Schlaganfallbehandlung entwickelt. Sie soll betroffene Patienten vor bleibenden Schäden wie Lähmungen oder Verlust des Sprachvermögens bewahren. Wie Frazee auf einem Fachkongreß zum Thema Schlaganfall Anfang des Monats berichtete, kehren die Ärzte dabei einen Teil des Kreislaufsystems einfach um. Mit Hilfe einer externen Pumpe 1 befördern sie dabei sauerstoffreiches Blut aus einer Beinarterie 2 in eine vom Hirn kommende große Vene im Nacken 3 des Patienten. Über dünne Katheder wird das Blut von dort durch die kleinen Venen im Gehirn zu dem vom Schlaganfall betroffenen Hirnareal gelenkt 4 und versorgt es von rückwärts mit dem lebensnotwendigen Sauerstoff. Zudem soll dadurch der Blutpfropf 5 , der den Schlaganfall auslöste, ausgeschwemmt oder aufgelöst und die durch ihn verursachte Blockade beseitigt werden. Die bei Bedarf über einige Stunden fortgesetzte Prozedur soll noch bis zu sieben Stunden nach Beginn eines Schlaganfalls Erfolg versprechen. Frazee und sein Team haben die Methode acht Jahre lang an Pavianen erprobt. Inzwischen wurde sie auch bei bisher sechs Patienten angewandt. Vier von ihnen wurden fast völlig wiederhergestellt, bei zwei Patienten versagte das Verfahren.

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Schlaganfallbehandlung

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