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MEDIZIN Hornhaut aus der Petrischale

aus DER SPIEGEL 50/1999

Ein kanadisch-amerikanisches Team von Medizinern und Biotechnikern hat eine Technik entwickelt, mit der eine lebende Hornhaut für Transplantationen ins menschliche Auge im Labor gezüchtet werden könnte. Als Ausgangsmaterial nutzten die Forscher isolierte Zellen aus den drei unterschiedlichen Schichten menschlicher Hornhaut. Die durch eine gezielte Virusinfektion »unsterblich« gemachten, das heißt sich immer wieder teilenden, Zellen vermehrten sie in Laborkulturen. Auf einem Gerüst aus biologisch abbaubarem Material ordneten sie dann die Zellsorten aus den Petrischalen in gleicher Schichtung wie im menschlichen Auge an und brachten sie dazu, sich in einer Nährlösung weiter zu vermehren. Wie erhofft, bildete sich eine Hornhaut, die in ihren »Schlüsseleigenschaften« - wie Transparenz und Selbstheilungstendenz nach Verletzungen - der gesunden Hornhaut nahe kam. Als »sofortige Anwendungsbereiche« für die Hornhaut aus dem Labor nennen die Forscher die Möglichkeit, Medikamente und Kosmetika auf Nebenwirkungen zu testen; damit würden die üblichen Tierversuche überflüssig. Darüber hinaus aber biete die Technik eine Grundlage zur Entwicklung von »temporären oder Dauertransplantaten für die menschliche Hornhaut«.

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