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Forschung Infektionsabwehr in der Zunge

aus DER SPIEGEL 14/1995

In der Zungenoberfläche von Rindern hat ein amerikanisches Forscherteam antibiotisch wirkende Substanzen entdeckt, die das Tier bei Zungenverletzungen etwa durch scharfes Gras vor Infektionen schützen. Der Leiter des Teams, Michael A. Zasloff, hatte vor acht Jahren die Forschung begonnen, weil er sich darüber gewundert hatte, warum etwa gesunde Tiere und auch Menschen nur selten an Infektionen der Zunge erkranken, obwohl diese fast ständig mit einer großen Zahl krankheitserregender Mikroben in Berührung kommt. Bei ihren Untersuchungen fanden die Wissenschaftler eine Reihe natürlicher Antibiotika, das häufigste war ein Eiweißkörper, den sie nun LAP (für »lingual antimicrobial peptide") nannten. Robert I. Lehrer, ein Experte für Immunabwehr von der University of California, nannte das ganze »einen wunderbaren Beweis dafür, daß unterschiedliche Körperteile sich gegen Verletzungen und Infektionen durch die Produktion lokaler Antibiotika schützen können«.

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