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Irreführende Pharmawerbung

aus DER SPIEGEL 51/1990

Fünf Milliarden Mark geben die deutschen Pillenhersteller jährlich für Werbung aus, eine Riesensumme, die in die Arzneimittelpreise eingeht. In der Studie »Pharmawerbung«, erschienen im Frankfurter Mabuse-Verlag, dokumentiert der Mediziner Rolf Brüggemann die Methoden der Pharmareklame, der er eine »suggestive Irreführung unseres Gesundheitsbewußtseins« vorwirft. Beispiele: Für Kinder mit Schulproblemen empfiehlt ein Hersteller ein Neuroleptikum, eine wahndämpfende Droge mit schweren Nebenwirkungen, die sonst nur Schizophrenen verordnet wird. Mit dem Slogan »Heraus aus dem Tief - ins aktive Leben« warb ein anderer Pharmaproduzent für ein Antidepressivum, das inzwischen vom Markt genommen wurde: Mehrere Patienten waren an den Nebenwirkungen gestorben.

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