Internationale Raumstation ISS Problem am Anzug – Russe muss Weltraumspaziergang abbrechen

Russland hat große Pläne im All, inklusive einer eigenen Raumstation – ohne die USA. Bis dahin müssen sich die Kosmonauten aber noch mit der ISS begnügen. Dort ging nun ein Ausflug daneben.
Russland will nach 2024 aus der ISS aussteigen

Russland will nach 2024 aus der ISS aussteigen

Foto: NASA / dpa

Wegen eines Problems mit seinem Raumanzug hat ein russischer Kosmonaut einen Außeneinsatz an der Internationalen Raumstation (ISS) abbrechen müssen. Am Anzug von Raumfahrer Oleg Artemjew habe sich eine Batterie entladen, meldeten russische Agenturen unter Berufung auf die Flugleitzentrale bei Moskau. Auf Befehl von der Erde kehrte Artemjew in die Schleuse der ISS zurück und schloss seinen Anzug an die Stromversorgung an.

Die Lage sei unter Kontrolle, teilte die russische Raumfahrtbehörde Roskosmos mit. »Er war in keinerlei Gefahr«, sagte auch ein Experte der US-Behörde Nasa in der Liveübertragung des Außeneinsatzes. Der zweite Kosmonaut Denis Matwejew half seinem Kollegen erst beim Einstieg in die Schleuse, dann wurde er selbst zurück in die ISS beordert.

Die Raumfahrer waren gegen 15.53 Uhr MESZ aus der Station ausgestiegen. Ihr Außeneinsatz war eigentlich für eine Dauer von fast sieben Stunden geplant. Unter anderem hätten die Kosmonauten zwei Kameras installieren sollen.

Spannungen auf der Erde, Zusammenarbeit im All

Auf der ISS arbeiten derzeit drei Russen, zwei US-Amerikaner, eine US-Amerikanerin und eine Italienerin. Auch mehrere Raumfahrtagenturen sind beteiligt, darunter die US-Weltraumbehörde Nasa, die europäische Esa und Roskosmos aus Russland. In 400 Kilometern Höhe erfuhren die Astronauten und Kosmonauten vom russischen Einmarsch in die Ukraine und den steigenden Spannungen zwischen Russland und dem Westen.

Auch, wenn der Krieg die Beziehungen auf der ISS offenbar nicht beeinflusste, will sich Roskosmos nach 2024 aus der ISS zurückziehen. Zuletzt stellte Russland Pläne einer eigenen Raumstation vor. Nach Angaben der Nasa soll die Kooperation aber doch bis mindestens 2028 weitergehen. Traditionell haben die USA und Russland auch in Zeiten politischer Spannungen ihre Raumfahrtkooperation aufrechterhalten.

hba
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