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Verdacht eines Physikers Ist es möglich, dass es unser Universum gar nicht gibt?

Ein hochgeachteter Physiker der Harvarduniversität äußert eine verwegene Hypothese – und erschüttert damit die Fachwelt.
aus DER SPIEGEL 36/2018
Galaxien (Aufnahme des Hubble-Weltraumteleskops): Dunkle Energie erfüllt den Raum und lässt ihn aufquellen

Galaxien (Aufnahme des Hubble-Weltraumteleskops): Dunkle Energie erfüllt den Raum und lässt ihn aufquellen

Foto: NASA / ESA / B. SUNNQUIST/ J. MACK

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Wurde je ein Kreidestrich gezogen, der so viel umschloss wie diese Linie, die Cumrun Vafa an die Tafel in seinem Büro an der Harvarduniversität kritzelt?

Dieser Kreis, doziert Vafa, während er ihn malt, soll nicht nur alle möglichen Universen umfassen, sondern obendrein auch noch die unmöglichen. »Nur das hier«, fügt er hinzu, während er ein paar Punkte in dem Kreis verstreut, »das sind die wenigen Universen, die mathematisch möglich sind.«

Vafa will herausfinden, was die einen von den anderen Welten unterscheidet. Um das zu illustrieren, greift er zu dem bildhaften Gleichnis von einem schier unendlichen Sumpf, aus dem einige wenige Inseln ragen. »Das hier ist der Sumpf, in dem es zu logischen Widersprüchen kommt, also keine Universen möglich sind«, sagt er und zeigt auf die Fläche in dem Kreis. Dann deutet er auf die Punkte darin: »Festen Boden gibt es nur hier, auf diesen Inseln – das sind die physikalisch möglichen Universen.«

Es mag verstiegen klingen, was der Mann da sagt. In der Gemeinde der theoretischen Physiker jedoch hat sein Wort Gewicht.

Er ist berühmt, spätestens seit er 2017 den mit drei Millionen Dollar dotierten Breakthrough-Preis gewonnen hat. Besonders seine jüngste Hypothese hat dem Physiker viel Aufmerksamkeit beschert. Er scheuchte die Fachwelt auf mit dem Verdacht, dass unser Universum, wie es bisher beschrieben wird, gleichsam nicht auf einer der Inseln, sondern im Sumpfland liege.

Unter Physikern ist daraufhin eine heftige Debatte darüber entbrannt, was das, falls es denn stimmen sollte, bedeuten könnte: Ist es also möglich, dass es die Welt, in der wir leben, eigentlich gar nicht geben kann? Oder hat Vafa bewiesen, dass die sogenannte Stringtheorie, auf der all seine Rechnungen gründen, im Widerspruch zur Wirklichkeit steht?

»So möchten es die Kritiker der Stringtheorie gern sehen«, sagt der Forscher von der Harvarduniversität. »Aber die wollen mich auch missverstehen.« Nur in einem Punkt stimme er mit ihnen überein: Seine Hypothese habe, falls sie sich als richtig erweist, weitreichende Bedeutung.

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