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Computer Japanische Papierflut

aus DER SPIEGEL 24/1994

Mit ihren Computern und ihrer Elektronik haben sie die Welt überschwemmt - aber in ihrem Heimatland ist es um die Zukunft der Datenverarbeitung noch schlecht bestellt. Aus den Berichten zweier japanischer Ministerien geht hervor, daß beispielsweise nur 10 Prozent der japanischen Büroangestellten ihre Arbeit mit Computerhilfe verrichten, in den USA ist es bereits jeder zweite (in Deutschland 16 Prozent). Und während in Amerika 52 Prozent der PCs lokal vernetzt sind, beträgt der Anteil der vernetzten PCs in Japan gerade erst 8,6 Prozent. Auch die Verkabelung der japanischen Haushalte hinkt weit hinter vergleichbaren Netzen in den USA und auch Europa her. Das japanische Postministerium schlägt daher vor, bis zum Jahre 2010 alle Büros und Wohnungen des Inselstaates mit einem System von Glasfaserkabeln zu verbinden. Geschätzter Kostenaufwand: umgerechnet 500 bis 750 Milliarden Mark. Daß die Japaner in ihrem Geschäftsleben bislang sowenig von Computern Gebrauch machen, hat, wie Mark Pearce vom größten japanischen PC-Hersteller NEC meint, vor allem »kulturelle Gründe«. Sogar bei NEC habe es »unheimlich lange gedauert, bis wir davon überzeugt waren, daß ein Computerdokument genausoviel Gültigkeit hat wie eines aus Papier«.

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