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ARCHÄOLOGIE Kälteschock für Neandertaler

aus DER SPIEGEL 9/2007

Die letzten Neandertaler wurden womöglich Opfer der letzten Eiszeit - und sind nicht, wie bislang vermutet, von modernen Menschen ausgerottet worden. Wie Clive Finlayson vom Gibraltar Museum jetzt berichtet, herrschte vor etwa 24 000 Jahren auf der Iberischen Halbinsel das kälteste und trockenste Klima der vergangenen 250 000 Jahre. Auf 8 Grad sank die Wassertemperatur um die Balearen, ermittelten die Experten anhand mariner Sedimentkerne. Heute liegt sie zwischen 14 bis 20 Grad. Finlayson folgert, dass der Homo sapiens nicht der Hauptgrund für das Aussterben des Homo neanderthalensis gewesen sei: »Das Klima hatte übergeordnete Bedeutung.« Zumindest in Südspanien habe es dem Neandertaler den »finalen Schlag« versetzt. Erst voriges Jahr hatte Finlayson in der Gorham-Höhle bei Gibraltar die mit einem Alter von 24 000 Jahren jüngsten bislang entdeckten Neandertaler-Artefakte geborgen. Die Region gilt als letzter Außenposten der Menschenart: Im restlichen Europa hatte der Homo sapiens den Neandertaler zu dieser Zeit längst verdrängt.

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