Tierschutz Kaisermantel ist der Schmetterling des Jahres 2022

Er kommt in allen Bundesländern vor, aber sein Lebensraum schrumpft: der Kaisermantel. Mit der Kür zum Falter des Jahres wollen Naturschützer auf die Gefahr hinweisen.
Foto: Rosmarie Wirz / Getty Images

Er ist einer der größten Schmetterlinge in Europa. Die orangen Flügel des Kaisermantels kommen auf eine Spannweite von sechs Zentimetern. Beobachten lässt sich der Falter hierzulande vor allem auf Lichtungen und an Waldrändern, wo er an Disteln, Flockenblumen oder Skabiosen saugt. Jetzt trägt er den Titel »Schmetterling des Jahres 2022«.

»Der Kaisermantel führt uns vor Augen, wie wichtig gesunde und naturnahe Wälder sind«, sagte Jochen Behrmann vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), der mit der Kür auf die kleiner werdenden Lebensräume der Schmetterlingsart hinweisen will. Vielerorts sei ein Rückgang der Population zu beobachten, erklärte Behrmann.

In Fichtenmonokulturen stünden Bäume häufig so eng, dass nur wenig Licht auf den Waldboden falle und kaum Pflanzen wüchsen. Der Kaisermantel sei jedoch auf Bodenbewuchs angewiesen. Für den auffälligen Falter sei ein naturnaher lichter Mischwald der ideale Lebensraum. »Auf den Flächen mit abgestorbenen Fichten sollte daher künftig besser Mischwald wachsen«, so der BUND.

Argynnis paphia, der größte mitteleuropäische Perlmutterfalter

Argynnis paphia, der größte mitteleuropäische Perlmutterfalter

Foto: Raimund Linke / Getty Images

Der Kaisermantel ist der größte europäische Perlmutterfalter. Bei diesen handelt es sich um Schmetterlinge mit perlmuttartig schimmernden Flecken auf der Unterseite der Flügel. Außerdem haben sie eine orangefarbene Oberseite mit einem Muster aus dunklen Flecken. Außer in Europa kommt der auch Silberstrich genannte Schmetterling in Asien vor.

Kaisermantel-Raupen mögen Veilchen

Anders als die etwas blasser gefärbten Weibchen zeigen die satt orangefarbenen Männchen breite Striche auf den Vorderflügeln, die »Duftschuppen«. Damit locken sie die Weibchen an. Diese legen nach der Paarung ihre Eier in geringer Höhe an Baumrinde ab, aber nur an Bäumen, die in der Nähe von Veilchen wachsen.

Im Spätsommer schlüpfen die Raupen, fressen aber zunächst nur ihre Eihülle. Dann verbergen sie sich in Ritzen der Baumrinde, um zu überwintern. Erst im Frühjahr krabbeln die Raupen herunter auf den Waldboden und ernähren sich von den Blättern verschiedener Veilchenarten.

fww/dpa
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