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TIERSCHUTZ Kannibalismus im Käfig

aus DER SPIEGEL 29/2001

Während Agrarministerin Renate Künast den Ausstieg aus der Käfighaltung plant, blüht weiter Etikettenschwindel mit Eiern aus deutschen Hühnerknästen: An Bäckereien, Altenheime und Kliniken verkauft der ostholsteinische »Hof Bargerbrück« seine Kartons mit aufgedruckter Fachwerkidylle und frei laufenden Hühnern. Doch die Eier werden nicht dort, sondern in einer verwahrlosten Batteriehaltung in Lübeck produziert. Anwohner beklagen sich über den Gestank, der aus den lichtlosen Flachbauten dringt, in denen etwa 12 000 Hennen auf drei Etagen gestapelt sind. In Mülltonnen und unter Planen auf dem Gelände nahe dem Klinikum der Medizinischen Hochschule lagerten schon Hunderte tote Hühner. Die Tiere waren offenbar durch kannibalistische Attacken ihrer Artgenossen verstümmelt und kahl gepickt. »Da ging schon der Deckel hoch«, so ein Anwohner, »und die Maden kamen raus.« Die Gebrüder Karsten und Thomas Flessner, die den Hof Bargerbrück bewirtschaften, lehnten eine Stellungnahme ab.

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