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Kein Medikament bei Brustkrebs?

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aus DER SPIEGEL 24/1983

Ein Schweizer Tumorforscher hat den Einsatz von krebshemmenden Medikamenten nach Brustkrebs-Operationen kritisiert. Die Verabreichung solcher Mittel, so meint Professor Christian Sauter, Onkologe am Universitätsspital Zürich, würde die Patientinnen letztlich nur körperlich und seelisch belasten, verlängere aber nicht die Überlebenszeit nach dem Eingriff. Einige Studien mit Brustkrebspatientinnen hatten zu Beginn der siebziger Jahre die Hoffnung geweckt, eine Chemotherapie nach der Brust-Operation könne die Prognose des Leidens bessern. Aber sechs Jahre nach Abschluß der Studie eines Mailänder Ärzteteams beispielsweise fand sich kein Unterschied in der Überlebenszeit von Patientinnen, die eine Chemotherapie mitgemacht hatten, gegenüber der von unbehandelten Patientinnen. Zu einem ähnlichen Ergebnis kamen jetzt zwei sorgfältig kontrollierte schweizerische Untersuchungen. Sie bestätigten, so Sauter in der »Schweizerischen Medizinischen Wochenschrift«, daß die körperliche und auch psychische Belastung einer sechs oder gar zwölf Monate währenden Chemotherapie, etwa durch Haarverlust, nicht gerechtfertigt werden könne.

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