Glossar zur Klimakrise – Begriff der Woche IPCC – die Krise vermessen

Der IPCC sammelt die grundlegenden Informationen über die Auswirkungen des menschengemachten Klimawandels. Welche Bedeutung hat das Gremium für den Kampf gegen die Erderwärmung?
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David Gray / REUTERS

Was ist der IPCC?

Angesichts der Erderwärmung gründeten das Uno-Umweltprogramm und die Weltorganisation für Meteorologie (WMO) 1988 den Weltklimarat IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change). Der Rat soll aufzeigen, wie sich der Klimawandel auf Natur und Mensch auswirkt, wie er gebremst werden kann und welche Anpassungsstrategien es gibt. Der IPCC gehört der Uno an und hat inzwischen fast 200 Mitgliedsländer. Als Beobachter sind zahlreiche weitere internationale Organisationen und NGOs zugelassen.

Das Gremium mit Sitz in Genf forscht nicht selbst. Vielmehr sichten für die jeweiligen IPCC-Berichte eigens zusammengestellte Forscherteams ehrenamtlich aktuelle Studien aus den verschiedensten Fachgebieten und werten sie aus. Hunderte Wissenschaftler und Gutachter aus der ganzen Welt sind daran beteiligt. Die Ergebnisse werden in sogenannten Sachstands- und Sonderberichten zusammengetragen. Ihrer Veröffentlichung müssen die Mitgliedsländer zustimmen. Konkrete Lösungsvorschläge oder Handlungsempfehlungen gibt der Ausschuss nicht. Das fällt im Wesentlichen in die Hand der politischen Entscheidungsträger .

Welche Bedeutung hat der Weltklimarat für den Kampf gegen die Erderwärmung?

Seit seiner Gründung hat der IPCC fünf Sachstands- und ein halbes Dutzend Sonderberichte veröffentlicht. Die Sachstandsberichte sind aufgrund der jeweiligen Arbeitsgruppen in drei Bereiche unterteilt:

  • wissenschaftlichen Grundlagen

  • Auswirkungen, Anpassung und Verwundbarkeiten

  • Verminderung der Folgen des Klimawandels

Ein abschließender Synthesebericht ist besonders für Nichtwissenschaftler relevant, da er alle wesentlichen neuen Aspekte des Klimawandels mit Blick auf Wissenschaft, Technik, Gesellschaft und Wirtschaft allgemein verständlich zusammenfassen soll. Darüber hinaus besitzen alle Abschnitte und jeder Sonderbericht eine Zusammenfassung für politische Entscheidungsträger. Die Berichte sind frei einsehbar und eine essenzielle Grundlage für Politik, Wirtschaft oder Forschung.

Zuletzt erschien der viel beachtete Sonderbericht  zu den Folgen einer globalen Erwärmung um 1,5 Grad Celsius (2018) sowie zwei Sonderberichte zu den Auswirkungen für die Landnutzung  sowie auf die Ozeane und Eisgebiete  (2019). Der nächste Sachstandsbericht ist für 2021/2022 avisiert . Die Glaubwürdigkeit des Weltklimarats ist gemeinhin anerkannt, das liegt sicher auch an der Zusammensetzung und wissenschaftlichen Arbeitsweise des Gremiums.

An den Berichten wird Wort für Wort gefeilt, wissenschaftliche Unsicherheiten und offene Fragen sollen so klar wie möglich benannt werden. Ohne die Einschätzungen des Weltklimarats gäbe es vermutlich noch viel größere Widerstände gegen den Fakt, dass es den menschengemachten Klimawandel gibt. Für seine grundlegende und akribische Arbeit hat der IPCC 2007 zusammen mit dem ehemaligen US-Vizepräsidenten Al Gore den Friedensnobelpreis erhalten.

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