Europäisches Erdbeobachtungsprogramm Die letzten acht Jahre waren weltweit die wärmsten seit Beginn der Aufzeichnungen

Neue Höchstwerte in Westeuropa, China und Nahost: Laut dem Klimawandeldienst der EU war 2022 das fünftwärmste Jahr seit Messbeginn. Europa erwärmt sich den Daten zufolge von allen Kontinenten am schnellsten.
Feuerwehrleute löschen einen Waldbrand im Landkreis Elbe-Elster (Bild von Juli 2022): Hohe Emissionen durch Waldbrände

Feuerwehrleute löschen einen Waldbrand im Landkreis Elbe-Elster (Bild von Juli 2022): Hohe Emissionen durch Waldbrände

Foto: Jan Woitas / dpa

Das Wetter im vergangenen Jahr war oft extrem. Neue Höchstwerte seien unter anderem in Westeuropa, China und Nahost gemessen worden, teilte das europäische Erdbeobachtungsprogramm Copernicus in seinem Jahresbericht zum Klimawandel  mit. Demnach waren die vergangenen acht Jahre weltweit die wärmsten überhaupt. Der vergangene Sommer sei der wärmste bisher gemessene in Europa gewesen.

»2022 war ein Jahr der extremen Wetterphänomene«, sagte Samantha Burgess, Vizechefin des Copernicus-Dienstes zur Überwachung des Klimawandels. Dies belege, »das wir bereits unter den schlimmen Folgen des Klimawandels leiden«. Zur Vermeidung der schlimmsten Folgen müssten die Emissionen dringend verringert werden, außerdem müsse sich die Gesellschaft an das sich verändernde Klima anpassen. Weltweit war das Jahr 2022 laut Copernicus das fünftwärmste seit Beginn der Aufzeichnungen.

Hohe Emissionen durch Waldbrände

Vielerorts in Europa sorgten dem Bericht zufolge Hitzewellen in Kombination mit kaum Regen und trockenen Böden für Dürreperioden, was zu Problemen in der Landwirtschaft, der Schifffahrt und der Energiewirtschaft führte. Außerdem erhöhte die extreme Trockenheit die Gefahr für Waldbrände – laut Schätzungen wurden im Sommer die höchsten Emissionen durch Waldbrände in der EU und dem Vereinigten Königreich in den letzten 15 Jahren ausgestoßen.

Aus seinen Messungen und Schätzungen leitet der EU-Dienst außerdem ab, dass die Temperaturen in Europa in den vergangenen 30 Jahren mehr als doppelt so stark angestiegen sind wie im globalen Durchschnitt und sich Europa von allen Kontinenten am stärksten erwärmt.

Durchschnittlich war es im vergangenen Jahr 0,3 Grad wärmer als im Copernicus-Referenzzeitraum der Jahre 1991 bis 2020. Im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter bedeutet das eine Erderwärmung von etwa 1,2 Grad.

Die internationale Staatengemeinschaft will die Erderwärmung bei maximal 1,5 Grad stoppen, um die katastrophalsten Folgen des Klimawandels zu verhindern.

Die Copernicus-Aufzeichnungen gehen bis 1979 zurück. Der Klimawandeldienst nutzt zudem Daten von Bodenstationen, Ballons, Flugzeugen und Satelliten, die bis 1950 zurückreichen. Monatlich werden mithilfe von Computeranalysen Daten zu Temperaturen, der Meereisdecke und anderen Aspekten veröffentlicht.

ani/AFP/dpa
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