Uno-Bericht Pläne zur Förderung fossiler Brennstoffe sind nicht mit den Klimazielen vereinbar

Die Welt muss die Produktion von Kohle, Öl und Gas in den kommenden Jahren stark reduzieren, um die Klimaziele von Paris zu erreichen. Davon ist sie weit entfernt, zeigt ein neuer Bericht der Uno.
Ölförderung in den USA

Ölförderung in den USA

Foto: Andrew Burton/ Getty Images

Die weltweiten Vorhaben zur Förderung von fossilen Brennstoffen sind immer noch nicht mit den Zielen des Pariser Abkommens vereinbar. Zu diesem Ergebnis kommt ein am Mittwoch veröffentlichter Bericht des Uno-Umweltprogramms (Unep). Der jährliche Production Gap Report  stellt fest, dass die Regierungen der 15 wichtigsten Industrie- und Schwellenländer zwar ehrgeizige Zusagen zur Senkung der Treibhausgasemissionen gemacht haben, aber dennoch planen, bis 2030 doppelt so viel Kohle, Gas und Öl zu fördern, wie es der 1,5-Grad-Pfad zulässt. In Paris hatte sich die Weltgemeinschaft 2015 darauf verständigt, die weltweite Erderwärmung möglichst auf 1,5 Grad Celsius gegenüber vorindustrieller Zeit zu begrenzen.

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Selbst das weniger ehrgeizige Ziel, die globale Erwärmung bis zum Ende des Jahrhunderts bei unter zwei Grad zu stoppen, würde überschritten werden, so die Studie.

»Die Forschungsergebnisse sind eindeutig: Die Produktion von Kohle, Öl und Gas muss sofort stark sinken, um die langfristige Erwärmung auf 1,5 Grad zu beschränken«, sagte die Hauptautorin des Berichts, Ploy Achakulwisut vom Stockholmer Umweltinstitut (SEI). »Nichtsdestotrotz planen die Regierungen mit Produktionsmengen, die gewaltig über dem liegen, was wir sicher verbrennen können.«

Der Forscherin zufolge wollen die Regierungen bis 2030 rund 240 Prozent mehr Kohle, 57 Prozent mehr Öl und 71 Prozent mehr Erdgas fördern, als mit dem 1,5-Grad-Ziel vereinbar wäre. Zudem kommt die Studie auch zu dem Schluss, dass die 15 Staaten seit Anfang 2020 mehr in neue Projekte für fossile Brennstoffe als in saubere Energie investiert haben. Die Diskrepanz zwischen den Klimazielen und den Plänen zur Förderung fossiler Brennstoffe – die sogenannte Produktionslücke – wird sich dem Bericht zufolge bis mindestens 2040 vergrößern. Dies würde zunehmend extreme Maßnahmen erfordern, um das Pariser Emissionsziel zu erreichen.

Die in dem Bericht untersuchten Länder sind Australien, Brasilien, Kanada, China, Deutschland, Indien, Indonesien, Mexiko, Norwegen, Russland, Saudi-Arabien, Südafrika, die Vereinigten Arabischen Emirate, das Vereinigte Königreich und die Vereinigten Staaten.

Für die Vereinigten Staaten wurde festgestellt, dass die Öl- und Gasproduktion laut Regierungsprognosen bis 2030 im Vergleich zu 2019 um 17 Prozent und zwölf Prozent steigen wird. Ein großer Teil davon würde exportiert werden, was bedeutet, dass die Emissionen aus der Verbrennung dieser fossilen Brennstoffe nicht im US-Inventar auftauchen würden, obwohl sie zu den globalen Gesamtemissionen beitragen würden. Die Kohleproduktion in den USA wird in den kommenden zehn Jahren dagegen gegenüber 2019 voraussichtlich um 30 Prozent zurückgehen.

Ab Ende Oktober verhandeln die Regierungen auf der Weltklimakonferenz in Glasgow darüber, wie der Klimaschutz vorangebracht werden kann.

Noch bleibe Zeit, die langfristige Erwärmung auf 1,5° Celsius zu begrenzen, aber dieses Zeitfenster schließe sich schnell, so die Unep-Direktorin Inger Andersen. Sie fügte hinzu, dass sich die Regierungen auf dem Klimagipfel in Glasgow verpflichten sollten, die Lücke zu schließen.

joe/AFP/Reuters
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