Artensterben Komodowaran stärker bedroht als gedacht

Durch steigende Meeresspiegel wird der Lebensraum des Komodowarans in den nächsten 45 Jahren wohl um ein Drittel dezimiert. Die Weltnaturschutzunion stuft ihn deswegen nun als »stark gefährdet« ein.
Bis zu drei Meter lang und 70 Kilogramm schwer wird der in Indonesien beheimatete Komodowaran

Bis zu drei Meter lang und 70 Kilogramm schwer wird der in Indonesien beheimatete Komodowaran

Foto: Joseph Brown/ dpa

Die größte lebende Echse der Welt, der in Indonesien beheimatete Komodowaran, ist stärker bedroht als bislang gedacht. Die Weltnaturschutzunion (IUCN) stuft ihn auf ihrer Liste der bedrohten Tier- und Pflanzenarten seit Samstag statt als »gefährdet« nun als »stark gefährdet« ein.

Dem Komodowaran setzt nach IUCN-Angaben der Klimawandel zu: Durch steigende Meeresspiegel werde in den nächsten 45 Jahren wohl ein Drittel seines Lebensraums verschwinden. Die bis zu drei Meter langen Allesfresser leben seit Millionen Jahren im Osten Indonesiens, im Komodo-Nationalpark und auf der angrenzenden Insel Flores. Es gibt nach Schätzungen nur noch rund 6000 Tiere.

Die Weltnaturschutzunion ordnet untersuchte Arten in acht Kategorien ein, von »ungenügender Datengrundlage« bis »ausgestorben«. »Stark gefährdet« ist Stufe 5. Insgesamt sind auf der Roten Liste der bedrohten Tier- und Pflanzenarten nun mehr als 138.000 Arten, von denen 38.543 vom Aussterben bedroht sind – also 28 Prozent aller untersuchten Arten.

Der Kongress der Organisation, zu deren 1300 Mitgliedern Ministerien, Bundesämter, Naturschutzverbände und Forschungsinstitute gehören, berät in Marseille noch bis zum 11. September über den Erhalt der Artenvielfalt. Damit sollen die Weichen für UN-Gipfel zu Arten- und Klimaschutz sowie Ernährungssicherheit gestellt werden. Bereits in der Vergangenheit hatte die Weltnaturschutzunion wichtige internationale Artenschutzabkommen vorbereitet.

dak/dpa/afp
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.