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Kompost: Bremer Glück

aus DER SPIEGEL 46/1989

Während sich andere bundesdeutsche Großstädte damit abplagen, den aus Grünabfällen gewonnenen Kompost unters Volk zu bringen, entwickelt sich das in Bremen dafür erarbeitete Modell, so Umweltsenatorin Eva-Maria Lemke, zu einem »ökologischen und ökonomischen Glücksfall": Mehr als 100 000 Sack des in der öffentlichen Hand gereiften Dungs zum Preis von je drei Mark wurden in den letzten drei Jahren von der größten kommunalen Kompostieranlage an die Bevölkerung abgegeben. Der städtische Abfallberg wird dadurch um jährlich 25 000 Kubikmeter abgebaut, und die Kommune erzielt dabei noch Überschüsse. Mehrere Großabnehmer meldeten Interesse an dem Recycling-Produkt an, doch soll die Abgabe weiterhin nur ein Anreiz für die Bremer Bürger sein, organische Abfälle gesondert zu sammeln. Überzeugendstes Verkaufsargument für den Bremer Kompost ist seine zehnmonatige Reifezeit, die von einem »bodenökologischen Labor« überwacht wird; giftige Rückstände werden dabei vermieden.

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