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Konzern und Vielfalt

aus DER SPIEGEL 5/1995

Die Länderchefs Edmund Stoiber (Bayern) und Kurt Biedenkopf (Sachsen) setzen zum Sturm auf die ARD an. Die föderale Arbeitsgemeinschaft sei ein »konzernähnliches Gebilde« geworden, dies habe zu einer »nachhaltigen Beeinträchtigung der tatsächlichen Vielfalt« geführt, schreiben die Unionspolitiker in einem Thesenpapier. Das Duo glaubt, der WDR aus dem SPD-Land Nordrhein-Westfalen sei wie eine »Konzernleitung«, die »weite Bereiche der inzwischen zentralistischen ARD kontrolliert«. Das System der ARD müsse »wieder vom Kopf auf die Füße gestellt werden": Das Erste Programm solle verschwinden, die Dritten Programme seien auszubauen. Dafür müßten neue Mehrländeranstalten (Vorbild: NDR, MDR) geschaffen werden. Ungeniert argumentieren Stoiber und Biedenkopf, die Rundfunkräte der Sender - meist politisch besetzt - hätten dann wieder mehr Einfluß auf das Programm. In dem Konzept, das die Zeitschrift TV Today an die Öffentlichkeit brachte, wird zudem vorgeschlagen, die Rundfunkgebühren von Land zu Land zu staffeln und dem ZDF eventuell einen größeren Anteil abzutreten.

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