Raumstation undicht Kosmonauten finden neue Risse an der ISS

Die Pannenserie auf der Internationalen Raumstation geht weiter. Jetzt entdeckten Kosmonauten weitere Risse an einem russischen Modul. Die Systeme des russischen Segments seien »in hohem Maße« verschlissen.
Die Internationale Raumstation

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Foto: NASA / Getty Images

Seit Monaten kämpfen die Raumfahrer auf der Raumstation ISS bereits mit Lecks in einem russischen Modul. Jetzt entdeckten Kosmonauten bei einer Kontrolle weitere Risse an einer anderen Einheit, die zu den ältesten der Station gehört. Die Lage gefalle ihm nicht, sagte Flugdirektor Wladimir Solowjow der Staatsagentur Ria Nowosti.

Die Raumfahrer fanden die Risse bei der Vermessung der Station im Modul »Sarja«, Morgenröte. Noch seien die betroffenen Stellen nicht aufgebrochen, sodass dort Luft entweichen könnte. Das könne aber mit der Zeit passieren, sagte Solowjow weiter. Die Systeme des russischen ISS-Segments seien »in hohem Maße« verschlissen.

Im »Swesda«-Modul hatten Lecks zuletzt zeitweise für Druckabfall gesorgt. Die Stellen wurden inzwischen abgedichtet. Zudem suchen die Raumfahrer nach weiteren Rissen und Löchern an der Station. Die russische Raumfahrtbehörde Roskosmos hatte betont, dass keine Gefahr für die Besatzung bestehe.

Erst Ende Juli kam es zu einem schweren Zwischenfall, bei dem die US-Raumfahrtbehörde Nasa für fast eine Stunde die Kontrolle über die Position der Station im All verlor. Wegen eines Softwarefehlers hatten sich die Triebwerke des neuen Mehrzweckmoduls »Nauka« kurz nach dessen Ankunft an der ISS ungeplant eingeschaltet.

Dadurch geriet die gesamte ISS mit ihren sieben Besatzungsmitgliedern in Bewegung. Die Triebwerke des Moduls hätten »versehentlich und unerwartet« gefeuert und die ISS dadurch um 45 Grad aus ihrer regulären Flugbahn verschoben, teilte die US-Raumfahrtbehörde Nasa mit. »Nauka« ersetzt am russischen Teil ein ausgedientes Modul, das kürzlich im Pazifik versenkt wurde.

Aktuell laufen Beratungen zwischen den an der ISS beteiligten Ländern über die Zukunft der Raumstation. Der aktuelle Kooperationsvertrag läuft 2024 aus. Russland plant bereits eine eigene Raumstation, die 2028 in Betrieb gehen soll. China baut bereits seine Station »Tiangong«. Anders als bei der ISS ist eine internationale Nutzung der Station wohl nicht geplant.

fww/rtr