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SICHERHEIT Kranke unter Terrorismusverdacht

aus DER SPIEGEL 2/2003

Patienten mit Schilddrüsen- oder Prostataerkrankungen, die von ihrem Arzt mit radioaktiven Substanzen behandelt werden, müssen sich in amerikanischen Städten zunehmend gegen Terrorismusverdacht wehren. Vor allem auf U-Bahnhöfen und in der Nähe öffentlicher Gebäude stoppen Polizisten die Kranken zwecks Verhör und Kleiderkontrolle, weil sie unter dem Verdacht stünden, illegal mit radioaktivem Material zu hantieren. Die Untersuchungen sind eine Reaktion auf die Terrorangriffe vom 11. September 2001: Nachdem zahlreiche Strahlen-Detektoren an den Zugängen zu öffentlichen Einrichtungen installiert wurden, tragen nun auch Polizisten solche Empfängergeräte an ihren Gürteln. Allein in New York sind rund 250 Sicherheitsleute mit der Technik im Einsatz. Bislang haben die Patienten große Mühe, die Ordnungshüter von ihrem einwandfreien Leumund zu überzeugen. Ein Brief des behandelnden Arztes allein genüge nicht, um die Schuld-Vermutung auszuräumen, erklärte ein Sprecher der New Yorker Polizeibehörde.

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