Zur Ausgabe
Artikel 70 / 109
Vorheriger Artikel
Nächster Artikel

KOSMETIK Krebs durch Wärme?

aus DER SPIEGEL 29/2007

Nicht nur UV-Strahlen schaden der Haut - auch die im Sonnenlicht enthaltene kurzwellige Infrarotstrahlung (IR-A) ist gefährlich. Das zumindest wollen Wissenschaftler vom Düsseldorfer Institut für umweltmedizinische Forschung (IUF) nachgewiesen haben, die im Labor menschliche Hautzellen entsprechend bestrahlt hatten. Dadurch, so behaupten sie, würden Mechanismen ausgelöst, die zu beschleunigter Hautalterung führten und »wahrscheinlich auch zur Krebsentstehung beitragen«, so IUF-Leiter Jean Krutmann. Prompt wurde die Schreckensnachricht von »Brigitte« bis »Handelsblatt« verbreitet - verbunden mit dem Hinweis auf die Apothekenkosmetik Ladival des Arzneiriesen Stada, die als einzige Sonnencreme vor IR-A schütze. An deren Entwicklung hatte Krutmanns Team praktischerweise mitgearbeitet. Seltsam nur: Das IUF ist so ziemlich das einzige Institut, das die schädlichen Effekte der Wärmestrahlung beobachten konnte. So hat etwa die US-Biologin Lee Applegate die IUF-Arbeit wiederholt. Ergebnis: keine Schäden an den Zellen. Helmut Piazena, Physiker an der Berliner Charité, weist außerdem darauf hin, dass die in den Experimenten angewendete Strahlung selbst die IR-A-Strahlung der Mittagssonne am Äquator bei weitem übertreffe. Und Gerd Hoffmann, Mediziner an der Universität Frankfurt am Main, hält IR-A-Strahlung sogar für segensreich: Sie mindere nachweislich die schädigenden Effekte von UV-Strahlung.

Zur Ausgabe
Artikel 70 / 109
Vorheriger Artikel
Nächster Artikel
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.