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Kritik an Opels Preisen

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aus DER SPIEGEL 40/1988

übte letzte Woche BMW-Chef Eberhard von Kuenheim auf dem Autosalon in Paris, wo Opel sein neues Mittelklassemodell Vectra vorstellte - neben dem Audi V8 und dem sportiven Corrado von VW bei dieser Ausstellung die einzige Weltpremiere eines Großserien-Autos.

Über 1,3 Milliarden Mark hat Opel für die Entwicklung des Vectra aufgewendet. Als der BMW-Chef beim Rundgang den Vectra »4x4« inspizierte und den von Opel mit 31 920 Mark festgesetzten Verkaufspreis vernahm, entfuhr ihm zur Überraschung des Opel-Vorstandsvorsitzenden Horst Herke ein spontanes »viel zu billig«. GM-Europa-Präsident Robert Eaton konnte unterdes verkünden, daß bereits über 50 000 Vectra verkauft wurden, obwohl der Handel offiziell erst am 14. Oktober beginnen soll.

Als echt unverkäuflich erwiesen sich dagegen die neuesten Schaustücke der drei großen französischen Hersteller, die alle zeigen wollen, wie sie sich die Zukunft des Autos vorstellen.

Peugeot hob einen futuristischen Donnerkeil namens Oxia aufs Podest: Alu-Wabe mit aufgeklebter Kunststoffhaut, Navigationssystem, Klimaanlage mit Sonnenkraft als Energiespender, Quermotor mit zwei Turboladern im Heck, 680 PS und Allradantrieb - alles von einem soliden Vectra so weit entfernt wie die Marslandschaft, nach der Peugeot sein Vehikel benannt hat.

Citroen präsentierte einen leuchtend roten Prototyp »Activa« mit einem von drei Computern kontrollierten hydropneumatischen Aktiv-Fahrwerk und Vierradlenkung. Sachkenner wollen an den Innereien schon Details des im nächsten Jahr erwarteten Nachfolgemodells des CX ausgemacht haben. Hoffentlich bleibt es bei Innereien - die Heckpartie sieht gegenwärtig aus wie das Weltraum-Scheusal aus einem Science-fiction-Film.

Renaults Megane soll das Thema Luxuskreuzer demonstrieren: ein Auto mit Schiebetüren, Drehsesseln und einer samt Dachpartie um 35 Zentimeter nach rückwärts verschiebbaren Heckscheibe. »Für einen Verkaufspreis von 100 000 Mark«, meint Renault-Manager Georg Heinz Hommen, »könnte das Auto in Serie gebaut werden.« Bauen heißt noch nicht verkaufen: Ein deutscher TÜV würde wohl dem Neuling schon wegen der Kameras als Rückspiegel-Ersatz die Betriebserlaubnis versagen.

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