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Künstliche Haut für Brandwunden

aus DER SPIEGEL 6/1976

»Indem sie Brandwunden mit frischem Fleisch und Honig abdeckten«, erklärte US-Forscher Dr. Ioannis V. Yannas, hätten die Menschen schon vor 3500 Jahren nach einem Hautersatz gesucht -- »wir haben es in den letzten drei Jahren halbwegs geschafft«. Ingenieur Yannas entwickelte zusammen mit Harvard-Chirurgen und Kollegen vom Massachusetts Institute of Technology ein membranartiges Material, das vom Immunsystem des Körpers nicht abgestoßen wird. Es besteht aus organischen Kohlenwasserstoffen, verstärkt mit dem Eiweiß-Faserstoff Kollagen. In Röhrenform eignet es sich zum Ersatz geschädigter Arterien und Venen, da es nicht wie andere Ersatzadern die Bildung von Blutgerinnseln fördert. In dünnen Blättern kann es große Wundflächen abdecken; dabei läßt sich sogar Zersetzung durch körpereigene Enzyme vorprogrammieren, so daß neues Hautgewebe ungehindert nachwächst. Weitere Tierversuche mit dem Kohlenwasserstoff-Faservlies sollen nun die Erprobung am Menschen vorbereiten.

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