Lärm und Stress Unser Leben im Dauergeräusch

Die Deutschen sind immer genervter vom Lärm, der sie umgibt. Dabei ist die Belastung seit Jahren konstant. Was steigt, ist die Zahl der Lärmquellen. Und die Sehnsucht nach Stille. 
Von Martin Hecht
Foto: Getty Images/ Guido Mieth

”Jesus allein ist mächtig, Stille zu schaffen.” (Matthäus, 8, 23-27)

Deutschland ist ein lautes Land. Knapp neun Millionen Menschen sind durch den Lärm des Straßenverkehrs belastet, über sechs durch den Lärm, der von der Schiene kommt und knapp eine Million von Fluglärm. Diese Zahlen, die das Umweltbundesamt herausgibt, sind seit Jahren nahezu gleichbleibend - obwohl permanent an mehr Ruhe gearbeitet wird. Das lässt sich erklären: was etwa durch Reduzierung von Lärmemission beim einzelnen Pkw in der Gesamtbilanz gewonnen wird, geht durch die steigende Zahl an Kraftfahrzeugen wieder verloren.

Wenn Menschen über längere Zeit immer wieder einem Geräuschpegel von mindestens 65 Dezibel ausgesetzt sind, wird es kritisch. Im Straßenverkehr trifft dies aktuell für 2,3 Millionen Menschen zu, beim Schienenlärm für eine Million, beim Fluglärm für 35.000. Man geht davon aus, dass die Gesundheit ab diesem Wert geschädigt werden kann. Und zwar unabhängig davon, ob ein solches Lärmgeräusch nun als störend oder nicht so störend empfunden wird, etwa weil man sich daran gewöhnt hat.

Zuletzt zeigte die Ende 2015 veröffentlichte NORAH-Studie  (Noise-Related Annoyance, Cognition and Health), welche schwerwiegenden gesundheitlichen Risiken Lärmbelastungen nach sich ziehen können. In den betreffenden Gebieten gibt es mehr Herzinfarkte, Herzinsuffizienzen, Schlaganfälle – letztere vor allem nachts. Die Studie zeigte aber auch: Die Wahrscheinlichkeit an Depressionen zu erkranken, steigt unter Lärmbelastung genauso signifikant. Es geht also nicht nur um den Körper, sondern auch um die Psyche.

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