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Laetrile: Gegen Krebs wirkungslos

aus DER SPIEGEL 21/1981

Das vermeintliche Krebsmittel Laetrile hat sich in einem kontrollierten Großversuch als wirkungslos erwiesen. Von 156 Krebspatienten, die mit dem aus Aprikosenkernen gewonnenen Wirkstoff behandelt wurden, sind inzwischen 104 gestorben; auch der Zustand der übrigen verschlechterte sich. Laetrile war vor allem in den USA propagiert und in größerem Umfang (mit hohen Gewinnen) an Krebspatienten verabreicht worden. Erfolgsmeldungen hatten sich stets auf wissenschaftlich nicht kontrollierte Einzelfälle bezogen. Unter dem Druck der öffentlichen Meinung stimmte schließlich das National Cancer Institute einer wissenschaftlichen Überprüfung zu. Vier führende US-Kliniken, darunter die Mayo-Klinik in Rochester, wurden damit beauftragt. Die angebliche Krebs-Droge wurde sowohl oral als auch intravenös und in Verbindung mit einer Spezialdiät getestet -- mit negativem Ergebnis. »Alle wissen nun«, so die »New York Times«, »daß es sich um ein Quacksalbermittel handelt.« Und: »Wer Krebspatienten mit Laetrile behandelt, sorgt dafür, daß sie sterben.«

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