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MAGNETBAHN Langsame Weichen

aus DER SPIEGEL 50/1999

Die Exportaussichten des Magnetzugs Transrapid werden nicht zuletzt durch eine technische Konzeptschwäche getrübt. Eine Analyse der für Magnetbahnen geplanten Hochgeschwindigkeits-Korridore in Taiwan und Südkorea, wo sich Transrapid-Hersteller Thyssen bislang erfolglos um Exportaufträge bemühte, erscheint demnächst in der Fachzeitschrift »Eisenbahn-Revue International«. Autor Sven Andersen, Ingenieur bei der Deutschen Bahn AG, analysiert darin, dass dichte Zugabfertigungen an den Bahnhöfen, teilweise im Drei-Minuten-Takt und häufige Überholvorgänge (nicht alle Züge halten überall) in den eng besiedelten Ländern nötig seien. Zu den wichtigsten technischen Bedingungen für diesen flexiblen Betrieb zählen kurze Weichenstellzeiten. Beim Rad-Schiene-System dauert das Umschalten einer Weiche etwa sechs bis acht Sekunden. Die Transrapid-Weiche hingegen, bei der die gesamte Trasse geschwenkt werden muss, braucht für diesen Vorgang 17 Sekunden. Laut Andersen, der sich seit 1994 mit der Betriebstechnik des Transrapid befasst, eine inakzeptable Verzögerung: »Die Magnetbahn-Industrie hat es von Anfang an versäumt, betriebssystematische Analysen für ihr neues System anzustellen.«

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