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MEDIZIN Lasche Kontrolle bei der Blutwäsche

aus DER SPIEGEL 43/2001

Unabhängige Prüfer des TÜV Product Service haben Blutwäschefilter der US-Firma Baxter getestet und für unbedenklich befunden - wenige Tage bevor zahlreiche Todesfälle beim Einsatz dieser Filter bekannt wurden. In Kroatien starben vorletzte Woche 21 Nierenpatienten, deren Blut mit Filtern von Baxter gewaschen worden war, in Texas 2. Weitere 12 Menschen waren bereits im August in Spanien möglicherweise defekten Filtern zum Opfer gefallen. Auch in Deutschland wurden solche Filter eingesetzt - bisher ohne Probleme. Die TÜV-Experten hatten Filter aus der in Spanien aufgefallenen Produktcharge überprüft, ohne Mängel zu finden. »Aber das schließt nicht aus, dass schon in der nächsten Charge Fehler auftreten können«, sagt TÜV-Sprecher Christian Gerhardus. Zudem darf der Hersteller den unabhängigen Gutachtern die »Prüftiefe« selbst vorgeben - gemäß den »absolut laschen Regelungen« des Medizinprodukte-Gesetzes. Gerhardus: »Was die Firma von uns will, muss nicht ausreichen, um für den Patienten hundertprozentige Sicherheit zu schaffen.« Das TÜV-Zertifikat gilt nur für die Filter selbst. Nicht geprüft wurde etwa, wie die einzelnen Komponenten des Blutwäscheapparates (siehe Grafik) zusammenspielen. Das ist, sagt der TÜV-Experte, »als würde man beim Auto nur nachsehen, ob die Handbremse funktioniert«.

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