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Astrophysik Lauschangriff auf Außerirdische

aus DER SPIEGEL 4/1995

Ein Teilchendetektor, der im Pazifischen Ozean bei Hawaii gebaut wurde, könnte einen Hinweis auf die Existenz interstellarer Zivilisationen geben - wenn es sie gibt. Was die Mr. Spocks oder E. T.s aus fernen Sonnensystemen verraten könnten, glauben Walter Simmons und seine Mitarbeiter von der University of Hawaii zu wissen: Es sind die Signale, mit denen die Außerirdischen Nachrichtenverbindungen zwischen ihren verschiedenen Welten aufrechterhalten und vor allem die Uhren in einem über viele Lichtjahre ausgedehnten Reich synchronisieren. Herkömmliche elektromagnetische Signale sind dafür nicht geeignet. Vermutlich, so meinen nun die Wissenschaftler, würden solch hochtechnisierte Zivilisationen Neutrino-Sender entwickelt haben: »In einem mutmaßlich im Weltraum errichteten gigantischen Teilchenbeschleuniger etwa von der Größe des Planeten Erde«, so Simmons, würden Elektronen und Positronen nahezu mit Lichtgeschwindigkeit aufeinanderprallen. Die dabei entstehenden Z(0) Bosonen würden dann in jeweils ein Neutrino und ein Antineutrino zerfallen. Der Zerfall ist mit 10-21 Sekunden »der kürzeste bekannte Vorgang in der Physik« (Simmons). Sollte es im Umkreis von 3000 Lichtjahren einen solchen Neutrino-Sender geben, könnte er mit Hilfe des bei Hawaii entstehenden Neutrino-Detektors aufgespürt werden.

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