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Neue Heimat Deutschland Der Wolf, ein Glücksfall?

Die Rückkehr der Wölfe nach Deutschland löst in Ost und West unterschiedliche Reaktionen aus. Woran liegt das?
aus DER SPIEGEL 54/2019
Foto: AXEL GOMILLE

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Sunny und Einauge war nicht klar, welche historische Leistung sie vollbrachten. Sie taten ja nur, was Wölfe so tun. Sie suchten einen Platz, der sicher schien und nach Beute roch, geschützt genug, um Nachwuchs großzuziehen. Sie fanden Partner und warfen Welpen, ziemlich viele. Rund 80 Nachkommen gehen direkt auf die Urmütter der heutigen Wolfspopulation in Deutschland zurück; deren Kinder und Enkel haben längst eigene Rudel gegründet.

Als im Jahr 2000 in der Muskauer Heide der erste Wurf einer Wölfin auf deutschem Boden seit mehr als 150 Jahren bestätigt wurde, war offensichtlich, dass es hier Großes zu bezeugen gab: Der graue Räuber, einst ausgerottet, eroberte die alte Heimat zurück.

Sunny und Einauge waren aus diesen ersten Würfen hervorgegangen, und sie gehörten auch zu den ersten Wölfen, denen hierzulande von Wissenschaftlern Halsbandsender umgehängt und Namen gegeben wurden. So sorgten sie nicht nur dafür, dass es wieder Wölfe gibt in Deutschland. Sie trugen auch dazu bei, dass der Mensch heute mehr über sie weiß als je zuvor.

Seit 1904 der letzte Wolf geschossen wurde, galt Deutschland als wolfsfreie Zone. Zwar schnürten später immer wieder einzelne Graupelze aus Polen durch DDR-Gebiet, doch solche Ausflüge waren riskant. Im Osten Deutschlands waren Wölfe seit 1984 ganzjährig zum Abschuss freigegeben, die Tour in die DDR dürften nur wenige überlebt haben.

Mit der Wiedervereinigung galt in den neuen Bundesländern das Bundesnaturschutzgesetz, und danach ist der Wolf streng geschützt: schießen verboten. Die Invasion konnte beginnen.

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