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Lebensrettende Transplantationen

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aus DER SPIEGEL 7/1986

Nach den stetigen Fortschritten bei Nieren-, Herz- und Lebertransplantationen berichten Chirurgen jetzt auch über zunehmende Erfolge bei der Verpflanzung von Teilen des Dünndarms. Der Versuch, den Dünndarm zu ersetzen, wenn er zum Beispiel wegen Gefäßverschlüssen, Polypenerkrankungen oder Tumoren entfernt werden muß, galt bis in die 70er Jahre als nahezu aussichtslos. Künstliche Ernährung durch die Blutbahn war deshalb bislang der einzige Weg, die Patienten vor dem Hungertod zu retten. Langjährige experimentelle Arbeiten hätten nun jedoch die Aussichten für Empfänger von Dünndarmtransplantaten wesentlich gebessert, berichten Eberhard Deltz und Arnulf Thiede von der Chirurgischen Universitätsklinik Kiel in der »Deutschen Medizinischen Wochenschrift«. Die operationstechnischen Probleme seien gelöst, Abstoßungsreaktionen beherrschbar. Insbesondere Kindern, bei denen lang dauernde künstliche Ernährung besonders schwierig ist, sollte »eine vielleicht lebensrettende Dünndarmtransplantation nicht vorenthalten werden«, meinen die Autoren.

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