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FLUGTECHNIK Libellen-Anzug für Jet-Piloten

aus DER SPIEGEL 41/2003

Moderne Kampfjets fliegen steilere Kurven, als der menschliche Körper verträgt: Piloten können das Bewusstsein verlieren, wenn die gigantische Beschleunigung sie in ihren Sitz presst, ihr Blut in die Beine drückt und so Sauerstoffmangel im Hirn hervorruft. Doch nun soll ein neuartiger Overall Beschleunigungen von bis zum Zehnfachen der Erdanziehung (10 g) erträglich machen. Der Druckanzug ist mit drei Liter Wasser gefüllt und funktioniert ganz ohne Elektronik oder Ventil allein nach dem Prinzip des natürlichen Druckausgleichs ("hydrostatische Kompensation"): »Umgeben von Flüssigkeit fühlt sich der Pilot wie ein Baby im Mutterleib«, heißt es beim Entwickler Prospective Concepts. Das umtriebige Schweizer Unternehmen sorgte schon früher mit ausgefallenen Innovationen für Aufsehen - etwa 1998 mit dem »Stingray«-Flugzeug, das von einer aufblasbaren Tragfläche getragen wird. Der »Baby-Anzug« für Piloten ist angeblich einem der eindrucksvollsten Kunstflieger der Welt abgeschaut: der Libelle. Die Organe des Fluginsekts sind ebenfalls flüssigkeitsgelagert und ertragen sogar rund dreimal so starke Querbeschleunigungen wie der »Libelle« genannte Pilotenanzug, der unter anderem im neuen Eurofighter eingesetzt werden soll.

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