Zur Ausgabe
Artikel 64 / 114
Vorheriger Artikel
Nächster Artikel

NEUROPHYSIOLOGIE Lohn der Musik

aus DER SPIEGEL 12/2007

Auch für musikalisch nicht besonders Begabte lohnt es sich, als Kind ein Musikinstrument zu spielen - es erleichtert später das Erlernen von Fremdsprachen. Um das zu beweisen, untersuchten Forscher der Northwestern University im US-Bundesstaat Illinois 20 erwachsene Versuchspersonen, von denen die Hälfte als Kind mindestens sechs Jahre lang ein Instrument gespielt hatte. Die Forscher wollten herausfinden, ob es durch musikalisches Training leichter wird, fremdartige Wortmelodien voneinander zu unterscheiden - und zwar nicht durch aktives Nachdenken, sondern unbewusst auf einer sehr frühen Verarbeitungsstufe akustischer Signale im sogenannten Hirnstamm. Während die Versuchspersonen durch einen Spielfilm abgelenkt waren, wurde ihnen das chinesische Zeichen »mi« vorgespielt, in drei Varianten: mit gleichbleibendem Tonfall (dann bedeutet es in China »blinzeln"), mit ansteigendem Tonfall ("herumirren") und mit erst abfallendem und dann ansteigendem Tonfall ("Reis"). Mit Hilfe von Elektroden maßen die Forscher, wie empfindlich der Hirnstamm auf die verschiedenen Wortmelodien reagierte. Dabei zeigte sich: Eine musikalische Ausbildung kann den Hirnstamm offenbar auch für die Sprachverarbeitung trainieren - er konnte in diesem Fall die unbekannten Laute deutlich besser unterscheiden als der von Versuchspersonen ohne musikalisches Training.

Zur Ausgabe
Artikel 64 / 114
Vorheriger Artikel
Nächster Artikel
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.