Studie Ältere Menschen sterben auf dem Land früher als in den Städten

Die Sterblichkeit von Menschen über 80 ist in ländlichen Regionen fünf bis zehn Prozent höher als in Städten. Die Gründe dafür sind unklar – der demografische Wandel dürfte das Problem aber noch verschärfen.
Auf dem Land ist die Sterblichkeit von Senioren höher als in Städten

Auf dem Land ist die Sterblichkeit von Senioren höher als in Städten

Foto: Uwe Umstaetter / Westend61 / Getty Images

Menschen, die älter als 80 Jahre sind und im ländlichen Raum wohnen, weisen eine höhere Sterblichkeit auf als die gleichaltrige Bevölkerung in Städten. Wie das Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung (BiB) mitteilte , gelte das für Männer und Frauen gleichermaßen.

Die Forschenden werteten regionale Studien für Deutschland, England und Wales aus. Dabei stellten sie systematische Stadt-Land-Unterschiede bei der Sterblichkeit im höheren Alter fest. In Deutschland liegt die Sterblichkeit bei Menschen über 80 Jahren demnach im ländlichen Raum zwischen fünf und zehn Prozent über dem in Städten verzeichneten Niveau.

Die Untersuchung erlaube keine direkten Rückschlüsse auf die Ursachen der festgestellten Unterschiede zwischen Stadt und Land, hieß es. »Andere Studien weisen aber darauf hin, dass die im ländlichen Raum bestehenden größeren Entfernungen zur medizinischen Versorgung bei älteren weniger mobilen Menschen einen beeinträchtigenden Einfluss auf die Gesundheit haben«, erklärte Sebastian Klüsener, Mortalitätsforscher am BiB und Mitautor der Studie.

Das werde Folgen für die Zukunft haben. Die zunehmende Alterung der Gesellschaft in den kommenden Jahrzehnten werde zu steigenden Anforderungen an das Gesundheitssystem führen. Dies gelte gerade für ländliche Regionen, in denen überdurchschnittlich viele ältere Menschen wohnen. Zudem gibt es in vielen ländlichen Regionen einen Ärztemangel, viele Landärzte berichten von belastenden Arbeitsbedingungen. Bereits seit Jahren gibt es politische Bestrebungen, die Stadt-Land-Verteilung bei Medizinern zu verändern. Doch bisher scheint sich kein Erfolg abzuzeichnen.

kry/AFP
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