Baden-Württemberg Vierjähriges Mädchen in Pforzheim mit Affenpocken infiziert

Fast alle Affenpockenfälle in Deutschland betreffen erwachsene Männer. Jetzt melden Behörden erstmals, dass ein Kind sich angesteckt hat.

Anmerkung der Redaktion: Das Mädchen ist doch nicht mit den Affenpocken infiziert, das teilte das Gesundheitsamt Baden-Württemberg am 15. August mit. Weil das Mädchen keine Symptome entwickelte, seien sowohl die Originalprobe als auch zwei weitere Rachenabstriche des Kindes mittels spezifischer Affenpocken-PCR zusätzlich im Landesgesundheitsamt untersucht worden. »Hierbei konnte eine Affenpockeninfektion des Kindes ausgeschlossen werden«, erklärte das Ministerium. Lesen Sie hier die aktuelle Meldung.

Das Robert Koch-Institut (RKI) berichtet erstmals von einer Affenpockeninfektion bei einem Kind. Dem RKI-Lagebericht zufolge lebt das vierjährige Mädchen in einem Haushalt mit zwei erwachsenen Infizierten in Pforzheim. Erst vergangene Woche waren dem RKI die ersten Ansteckungen bei Jugendlichen im Alter von 15 und 17 Jahren bekannt geworden.

Nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Baden-Württemberg hat das Mädchen keine Krankheitssymptome. Das Kind sei nach Bekanntwerden eines Falls im Haushalt vorsorglich ärztlich untersucht worden. Bei einem Rachenabstrich seien dann Affenpocken diagnostiziert worden. Es gebe keine weiteren engen Kontaktpersonen außerhalb des Haushalts.

Rund zweieinhalb Monate nach dem ersten Affenpockennachweis in Deutschland sind dem RKI bis Montag insgesamt 2916 Fälle übermittelt worden. Betroffen sind vor allem Männer, die Sex mit Männern haben. Dem RKI sind bislang nur sieben weibliche Fälle übermittelt worden, schreibt das Institut.

Für die Übertragung des Virus ist nach aktuellem Wissen ein längerer, enger Kontakt erforderlich.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO erklärte den Affenpockenausbruch am 23. Juli zum internationalen Gesundheitsnotfall, die USA haben einen nationalen Gesundheitsnotstand ausgerufen. Das RKI schätzt derzeit eine Gefährdung für die Gesundheit der breiten Bevölkerung in Deutschland als gering ein.

wbr/dpa
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