Aidserkrankungen HI-Viren können sich im Knochenmark verstecken

Forscher haben einen weiteren Grund dafür gefunden, warum sich das HI-Virus so schwer bekämpfen lässt: Bestimmte Formen der Erreger können sich im Knochenmark einnisten - und dort die Behandlung mit Medikamenten unbeschadet überstehen.

HI-Viren unterm Elektronenmikroskop: Rückzugsort im Knochenmark
DPA

HI-Viren unterm Elektronenmikroskop: Rückzugsort im Knochenmark


London - Menschen, die mit dem Aids verursachenden HI-Virus infiziert sind, müssen lebenslang antivirale Medikamente einnehmen. Bei den Patienten kann die Infektion so zumindest eingedämmt werden. Vollständig ausrotten lässt sich der Erreger nicht. Wenn die Betroffenen die Medikamente nicht mehr einnehmen, kann sich das Virus wieder ungehindert ausbreiten.

Und längst nicht jeder Betroffene kann die lebenserhaltende Medizin regelmäßig und dauerhaft bekommen, vor allem in Entwicklungsländern gibt es nach wie vor Versorgungsprobleme. Im schlimmsten Fall können diese für die Infizierten zum lebensbedrohenden Problem werden: Forscher um Kathleen Collins von der University of Michigan in Ann Arbor haben entdeckt, dass auch das Knochenmark ein möglicher Ausgangspunkt der erneuten Ausbreitung der Erreger sein dürfte.

Im Fachmagazin "Nature Medicine" berichten die Forscher von ihren Untersuchungen an Gewebeproben aus dem Knochenmark von HIV-Patienten. Diese hatten jeweils mehr als sechs Monate die antiviralen Medikamente eingenommen. Trotzdem konnten Collins und Kollegen in den Proben Erbgut von HI-Viren feststellen, die sich in blutbildenden Knochenmarkzellen eingenistet und dort den Medikamenteneinsatz überdauert hatten.

Es handelte sich um sogenannte latent infizierte Zellen. In ihrem speziellen Stadium vermehren sie sich nicht und können daher nicht erkannt und bekämpft werden. Wissenschaftler hatten diese Art von Zellen in der Vergangenheit unter anderem in Augen, Hoden und im Gehirn entdeckt. Bis jetzt war eine Resistenz des Knochenmarks gegenüber den HI-Viren vermutet worden - offenbar zu Unrecht, wie sich nun herausstellt.

"Behandlungen entwickeln, die auf latent infizierte Zellen abzielen"

Die latent infizierten Zellen sind oft besonders langlebig und bieten so dem Virus einen sicheren Rückzugsort. Somit kann es sich nach Absetzen der Medikamente erneut vermehren und im Körper verbreiten.

"Um Aids endlich heilen zu können, müssen wir Behandlungen entwickeln, die auf diese latent infizierten Zellen abzielen", erklärt Forscherin Collins. Dann sei eine Therapie denkbar, die "nur" über einige Monate oder Jahre gehen könnte und die die lebenslange Medikamenteneinnahme überflüssig machen würde.

Für große Hoffnungen ist es aber vermutlich noch zu früh: Regelmäßig werden nämlich Fortschritte im Kampf gegen die Krankheit gemeldet. Weil das HI-Virus aber extrem wandelbar ist und ständig mutiert, blieb der entscheidende Durchbruch bis jetzt aus und Schutz vor der Ansteckung ist immer noch das A und O. Obwohl die HIV- und Aidsforschung in den letzten Jahren wichtige Fortschritte erzielt hat, ist die Krankheit bis heute nicht vollständig verstanden und nach wie vor unheilbar.

HIV-Neuinfektionen nach Weltregionen (geschätzt)

Region Neuinfektionen 2008 Neuinfektionen 2001
Afrika südlich der Sahara 1,9 Millionen 2,3 Millionen
Nordafrika und Naher Osten 35.000 30.000
Süd- und Südostasien 280.000 310.000
Ostasien 75.000 99.000
Ozeanien 3900 5900
Lateinamerika 170.000 150.000
Karibik 20.000 21.000
Osteuropa und Zentralasien 110.000 280.000
West- und Mitteleuropa 30.000 40.000
Nordamerika 55.000 52.000
Gesamt 2,7 Millionen 3,2 Millionen

chs/ddp



insgesamt 106 Beiträge
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Seite 1
redford-fan 08.03.2010
1. Virus im Kopf
Wenn ich sowas schon wieder lese - ich schlage den AIDS-Forschern vor, mal die AIDS-kritische Literatur aufzuarbeiten. HIV ist ein harmloses Retro-Virus, AIDS ein Pharma-Krankheitskonstrukt. Und dann noch die Grafik mit den "Schätzungen".... natürlich ohne Quellenangaben, wobei das ja auch keine Rolle spielt, wer warum hier rumschätzt.... mein Gott wenn ich mich an all die horrenden Hochschätzungen erinnere, die der Spiegel in Sachen AIDS-Infektionen schon in Umlauf gebracht hat... da wird mir jetzt noch schlecht. Alles Blödsinn. Ich jedenfalls habe null Angst vor HIV; auch weil ich die AIDS-Kritik des deutschen Virologen Prof. Peter Duesburg rezipiert habe....
frau trallala 08.03.2010
2. ???
Zitat von redford-fanWenn ich sowas schon wieder lese - ich schlage den AIDS-Forschern vor, mal die AIDS-kritische Literatur aufzuarbeiten. HIV ist ein harmloses Retro-Virus, AIDS ein Pharma-Krankheitskonstrukt. Und dann noch die Grafik mit den "Schätzungen".... natürlich ohne Quellenangaben, wobei das ja auch keine Rolle spielt, wer warum hier rumschätzt.... mein Gott wenn ich mich an all die horrenden Hochschätzungen erinnere, die der Spiegel in Sachen AIDS-Infektionen schon in Umlauf gebracht hat... da wird mir jetzt noch schlecht. Alles Blödsinn. Ich jedenfalls habe null Angst vor HIV; auch weil ich die AIDS-Kritik des deutschen Virologen Prof. Peter Duesburg rezipiert habe....
Sie fallen ernsthaft auf das Blabla dieses Mannes herein?? Bestimmt vertreten Sie dann ebenfalls diese abstrusen Ansichten, dass die Symptome einer AIDS-Erkrankung nur durch die Medikamente verursacht werden, stimmts? Bitte beantworten Sie mir doch folgende Fragen: Die AIDS-Forschung wird bei weitem nicht nur von der Pharmaindustrie durchgeführt, sondern auch von zahlreichen nicht Pharma-finanzierten Unis, Instituten etc. Meinen Sie nicht, dass es da schon längst aufgefallen wäre, wenn die Pharmaindustrie diese Krankheit nur "erfunden" hätte?? Wenn die Medikamente Schuld sind- wie erklären sich dann das Auftreten der AIDS-Symptome bei all den Menschen, die sich keiner antiretroviralen Behandlung unterziehen? Die Medikamnete können es ja dann wohl nicht sein, oder gehen Sie -wie Herr Duesburg behauptet- ebenfalls davon aus, dass diese Leute dann einfach alle drogensüchtig sind? Und wie erklären Sie sich die Tatsache, dass die AIDS-spezifischen Symptome nur bei den Leuten auftreten, die das HI-Virus auch wirklich in sich tragen? Dummer Zufall?? Fragen über Fragen... Auf Ihre Antworten bin ich wirklich äußerst gespannt!
redford-fan 08.03.2010
3. "Aufgebaute Mysterien"
Zitat von frau trallalaSie fallen ernsthaft auf das Blabla dieses Mannes herein?? Bestimmt vertreten Sie dann ebenfalls diese abstrusen Ansichten, dass die Symptome einer AIDS-Erkrankung nur durch die Medikamente verursacht werden, stimmts? Bitte beantworten Sie mir doch folgende Fragen: Die AIDS-Forschung wird bei weitem nicht nur von der Pharmaindustrie durchgeführt, sondern auch von zahlreichen nicht Pharma-finanzierten Unis, Instituten etc. Meinen Sie nicht, dass es da schon längst aufgefallen wäre, wenn die Pharmaindustrie diese Krankheit nur "erfunden" hätte?? Wenn die Medikamente Schuld sind- wie erklären sich dann das Auftreten der AIDS-Symptome bei all den Menschen, die sich keiner antiretroviralen Behandlung unterziehen? Die Medikamnete können es ja dann wohl nicht sein, oder gehen Sie -wie Herr Duesburg behauptet- ebenfalls davon aus, dass diese Leute dann einfach alle drogensüchtig sind? Und wie erklären Sie sich die Tatsache, dass die AIDS-spezifischen Symptome nur bei den Leuten auftreten, die das HI-Virus auch wirklich in sich tragen? Dummer Zufall?? Fragen über Fragen... Auf Ihre Antworten bin ich wirklich äußerst gespannt!
Außer Duesberg sind es doch weltweit hunderte Forscher, Wissenschaftler, Mediziner etcetera, welche sich seit den 80er Jahren mit der Materie befassen. An dieser Stelle kann man aus Platzmangel nur ein paar Stichworte formulieren. Beispielsweise schrieb (schon vor etlichen Jahren) Dr. Kary B. Mullis, Molekularbiologe/Virologe, Nobelpreisträger 1993: "Das Geheimnis um dieses verflixte Virus ist durch die zwei Milliarden Dollar, die jährlich dafür ausgegeben werden, erzeugt worden. Sie können jedes beliebige Virus nehmen, jährlich zwei Milliarden Dollar dafür ausgeben und um dieses Virus ein paar große Mysterien aufbauen." (Zitat aus: SUNDAY TIMES) Die Rezeption AIDS-kritischer Literatur zeigt auf, wie Anfang der 80er Jahre dieses "Krankheitssyndrom" konstruiert wurde.
frau trallala 08.03.2010
4. ...
Zitat von redford-fanAußer Duesberg sind es doch weltweit hunderte Forscher, Wissenschaftler, Mediziner etcetera, welche sich seit den 80er Jahren mit der Materie befassen. An dieser Stelle kann man aus Platzmangel nur ein paar Stichworte formulieren. Beispielsweise schrieb (schon vor etlichen Jahren) Dr. Kary B. Mullis, Molekularbiologe/Virologe, Nobelpreisträger 1993: "Das Geheimnis um dieses verflixte Virus ist durch die zwei Milliarden Dollar, die jährlich dafür ausgegeben werden, erzeugt worden. Sie können jedes beliebige Virus nehmen, jährlich zwei Milliarden Dollar dafür ausgeben und um dieses Virus ein paar große Mysterien aufbauen." (Zitat aus: SUNDAY TIMES) Die Rezeption AIDS-kritischer Literatur zeigt auf, wie Anfang der 80er Jahre dieses "Krankheitssyndrom" konstruiert wurde.
Wenn es nur konstruiert wurde, dann können Sie mir doch sicher auch eine Erklärung für meine vorherigen Fragen liefern? Ich sehe in dem ganzen nur eine ziemlich merkwürdige und leider auch sehr gefährliche Verschwörungstheorie voller Widersprüche...
Celegorm 08.03.2010
5. ...
Zitat von redford-fanAußer Duesberg sind es doch weltweit hunderte Forscher, Wissenschaftler, Mediziner etcetera, welche sich seit den 80er Jahren mit der Materie befassen. An dieser Stelle kann man aus Platzmangel nur ein paar Stichworte formulieren. Beispielsweise schrieb (schon vor etlichen Jahren) Dr. Kary B. Mullis, Molekularbiologe/Virologe, Nobelpreisträger 1993: "Das Geheimnis um dieses verflixte Virus ist durch die zwei Milliarden Dollar, die jährlich dafür ausgegeben werden, erzeugt worden. Sie können jedes beliebige Virus nehmen, jährlich zwei Milliarden Dollar dafür ausgeben und um dieses Virus ein paar große Mysterien aufbauen." (Zitat aus: SUNDAY TIMES) Die Rezeption AIDS-kritischer Literatur zeigt auf, wie Anfang der 80er Jahre dieses "Krankheitssyndrom" konstruiert wurde.
Tja, ein Nobelpreis schützt halt nach wie vor nicht vor einer eigenen Meinung, die durchaus in vielen Fragen auch seltsam sein kann. Der Herr ist wohl ein nettes Beispiel dafür, zumal die Tatsache, uns die zweifelsfrei geniale Erfindung des PCRs geschenkt zu haben, niemanden automatisch zum Experten in anderen Bereichen macht. Und das ganze LSD wird vielleicht auch seine Schattenseiten haben..
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