Antikörper-Fund Dromedare könnten tödliches Coronavirus übertragen

46 Menschen sind in den vergangenen Monaten am neuartigen Coronavirus gestorben. Mediziner meinen, den Ursprung der Krankheit entdeckt zu haben: In Arabischen Dromedaren fanden sie entsprechende Antikörper.

Dromedare: Fehlendes Glied in der Übertragungskette?
Corbis

Dromedare: Fehlendes Glied in der Übertragungskette?


Arabische Dromedare könnten laut einer neuen Studie womöglich Überträger des neuartigen Coronarvirus MERS sein. Wie ein internationales Forscherteam in einer am Freitag veröffentlichten Studie in der Fachzeitschrift "The Lancet Infectious Diseases" berichtete, entdeckten sie bei Dromedaren aus dem Golfstaat Oman Antikörper, die darauf hinwiesen, dass die Tiere in der Vergangenheit mit MERS oder einem ähnlichen Virus infiziert waren. Es sei daher möglich, dass sie ein Wirtstier des tödlichen Virus seien.

Die Antikörper gegen das Virus seien in Dromedaren aus verschiedenen Teilen Omans gefunden worden, was darauf hindeute, dass MERS oder ein ähnlicher Virus unter den Tieren dort weit verbreitet ist, sagte die Forscherin Marion Koopmans. Unklar sei aber, wann der Kontakt mit dem Virus stattfand oder ob es mit dem tödlichen Virus identisch ist. Der Mikrobiologe Benjamin Neuman sagte, die Studie liefere den ersten Beweis, dass Kamele "das fehlende Glied in der Übertragungskette" seien. Sie sei damit womöglich der Durchbruch bei der Bekämpfung von MERS.

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) starben seit vergangenem September 46 der 94 mit dem Virus infizierten Patienten. Die Sorge über eine Ausbreitung des Virus, gegen das bisher keine Impfung existiert, führte Saudi-Arabien dazu, die Visumsvergabe für die jährliche Pilgerreise nach Mekka und Medina einzuschränken. Forscher rätseln sei längerem darüber, wie sich das Virus überträgt. Eine Ansteckung von Mensch zu Mensch kommt nur selten vor.

Das neue, vor allem im Nahen Osten verbreitete Coronavirus scheint sich vor allem über die Atemwege zu verbreiten. Es besteht der Verdacht, dass MERS wie das verwandte Virus SARS ursprünglich von Fledermäusen stammt. Es wird jedoch angenommen, dass die scheuen Tiere es nicht direkt auf Menschen übertragen.

Die Studie stärkte nun den bereits bestehenden Verdacht, dass die Krankheit von Kamelen übertragen werden könnte. Kamele werden in den arabischen Staaten wegen ihres Fleischs, ihrer Milch und als Transporttiere gehalten. Weltweit gibt es 13 Millionen Kamele, wovon nur wenige noch in der Wildnis leben.

boj/AFP



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neu_ab 09.08.2013
1.
---Zitat--- Weltweit gibt es 13 Millionen Kamele, wovon nur wenige noch in der Wildnis leben. ---Zitatende--- Lasst die armen Kamele aus diesem schmutzigen Spiel. Diese Virenparanoia nervt. Medien & Pharma reiben sich die Hände, aber der Michel ist eh bald zu abgestumpft in seinem heutigen Habitat, mit seien zu reichlichen Paranoiafutterquellen. Mich schocken diese Gifte & Schadstoffe nur noch periphär. Man gewöhnt sich einfach an sie..
geotie 11.08.2013
2.
Zitat von neu_abLasst die armen Kamele aus diesem schmutzigen Spiel. Diese Virenparanoia nervt. Medien & Pharma reiben sich die Hände, aber der Michel ist eh bald zu abgestumpft in seinem heutigen Habitat, mit seien zu reichlichen Paranoiafutterquellen. Mich schocken diese Gifte & Schadstoffe nur noch periphär. Man gewöhnt sich einfach an sie..
Informieren Sie sich mal, wie viele Menschen an Viren in den letzten Jahren gestorben sind, wer schwer den beizukommen ist. Dann wurden Sie nicht so verharmlosend schreiben. Ansonsten, man wird deswegen auch nicht gleich die Kamelpopulation töten.
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