Archäologie Arteriosklerose bei 3600 Jahre alter Mumie nachgewiesen

Forscher haben bei der Mumie einer ägyptischen Prinzessin den ältesten bekannten Fall von Arteriosklerose entdeckt. Der Fund ist ein weiterer Hinweis dafür, dass die Erkrankung doch kein so neues Phänomen ist.

Durchleuchtet: Eine Mumie im Computertomografen
AP/ Michael I. Miyamoto

Durchleuchtet: Eine Mumie im Computertomografen


Wenn die Arterien nach und nach von Fettablagerungen zugesetzt werden, sprechen Mediziner von Arteriosklerose. Die Ablagerungen sind der Hauptverursacher von Infarkten und Schlaganfällen, weil die Gefäße verengen und schließlich verstopfen können. Nun haben Forscher bei der Mumie einer ägyptischen Prinzessin den ältesten bekannten Fall von Arteriosklerose festgestellt.

Laut der im Journal of the American College of Cardiology veröffentlichten Studie fanden die Mediziner bei fast der Hälfte von 44 untersuchten Mumien verstärkte Fettablagerungen in den Blutgefäßen. Die Wissenschaftler um Adel Allam von der Al-Azhar Medical School in Kairo hatten die ägyptischen Mumien mit einem Computertomografen untersucht, um Hinweise auf Arterienverkalkungen zu finden. Der älteste Fall fand sich bei einer Prinzessin, die um 1550 vor Christus lebte. Schon vor zwei Jahren hatten die Forscher eine ähnliche Studie veröffentlicht, die jedoch weniger Mumien umfasste.

Arteriosklerose gilt als typische Wohlstands-Erkrankung, die durch fettreiche Ernährung, mangelnde Bewegung und Rauchen mitverursacht wird. Doch die beiden Studien zeigen, dass die Krankheit bereits im Altertum verbreitet war und kein neues Phänomen ist. Die Menschen im alten Ägypten ernährten sich generell fettarmer und bewegten sich mehr als heutzutage und rauchten nicht.

Dass sie trotzdem an Arteriosklerose erkrankten, werten die Wissenschaftler als Beleg dafür, dass Menschen womöglich eine Veranlagung für die Erkrankung haben. Eine gewisse Unsicherheit für ihre These besteht allerdings weiterhin. Die untersuchten Mumien stammen nicht von durchschnittlichen Ägyptern - nur Herrscher, Priester und Hofangestellte wurden auf diese Weise konserviert. Diese Klassen ernährten sich durchaus auch von Rind- und Geflügelfleisch.

hrb



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isp 05.04.2011
1. Der wahre Grund
Zitat von sysopForscher haben bei der Mumie einer ägyptischen Prinzessin den ältesten bekannten Fall von Arteriosklerose entdeckt. Der Fund ist ein weiterer Hinweis dafür, dass die Erkrankung doch kein so neues Phänomen ist. http://www.spiegel.de/wissenschaft/medizin/0,1518,755170,00.html
Ja, vielleicht wird auf diese Weise auch der wahre Grund für Arteriosklerose besser bekannt. Zucker und gesättigte Fette. Zucker war auch in der kohenhydratreichen Ernährung der Altägypter verbreitet (als Stärke). Es wird im Körper zum grossen Teil in gesättigtes Fett umgewandelt. Gesättigte Fette dürften die hingegen kaum gehabt haben, da das vorwiegend bei Tieren aus Massenhaltung entsteht - Mast eben. Wildtiere haben dagegen kaum gesättigte Fette. Das gegessene Cholesterin macht sowieso nur 25% des Gesamt-Cholesterin eines Tages aus. Der Rest wird selbstproduzuert. Und das steuern gesättigte Fette, zuwenig omega-3 Fette und vor allem ein Zuviel an Zucker.
die8lacht 05.04.2011
2. aber nur wegen der Kohlendydrate
Zitat von sysopForscher haben bei der Mumie einer ägyptischen Prinzessin den ältesten bekannten Fall von Arteriosklerose entdeckt. Der Fund ist ein weiterer Hinweis dafür, dass die Erkrankung doch kein so neues Phänomen ist. http://www.spiegel.de/wissenschaft/medizin/0,1518,755170,00.html
bei der ägyptischen Oberschicht ist Archäologen ebenfalls schon lange bekannt, daß diese durch zuviel Weißbrot (Getreide/Kohlenhydrate) unter Osteoporose und Arthrose/Gelenkverschleiss etc. litten ... dies ist ebenfalls der Grund für Arteriosklerose ... Fett darf nicht mit zu vielen Kohlenhydraten zusammen verzehrt werden ... Kohlenhydrate schaden generell ... zuviel Fett alleine niemals, denn überflüssiges Fett scheidet der Körper einfach aus, es sei denn, man konsumiert zusätzlich Kohlenhydrate, welches zur Insulinausschüttung führt und somit ist genau das Hormon im Blut, welches erst die Fetteinlagerung möglich macht ... ernährt man sich kohlenhydratarm, wird Glukagon ausgeschüttet (die Bauchspeicheldrüse kann immer nur ein Hormon ausschütten) und dieses Hormon ist für die Fettauslagerung notwendig (abnehmen im Schlaf) ...
metaller16 05.04.2011
3. Hmmm
Ich als Laie glaube das auch die Art der Kohlenhydrate eine Rolle spielt. Vor Jahren hatte ich Probleme mit dem Blutdruck, beginnender Arthrose. Nach der Umstellung der Ernährung, kaum Brot und Backwaren aber viel Reis (meist Natur und Wildreis) Bohnen und Fisch ab und an Wild mehr Obst gehts mir heute ganz gut. Von Arthrose merk ich nichts mehr. Bin viel beweglicher und der Blutdruck ist viel niedriger geworden.
Meckerpott, 06.04.2011
4. Ernährungsmythen
---Zitat von die8lacht--- bei der ägyptischen Oberschicht ist Archäologen ebenfalls schon lange bekannt, daß diese durch zuviel Weißbrot (Getreide/Kohlenhydrate) unter Osteoporose und Arthrose/Gelenkverschleiss etc. litten ... dies ist ebenfalls der Grund für Arteriosklerose ... Fett darf nicht mit zu vielen Kohlenhydraten zusammen verzehrt werden ... Kohlenhydrate schaden generell ... zuviel Fett alleine niemals, denn überflüssiges Fett scheidet der Körper einfach aus, es sei denn, man konsumiert zusätzlich Kohlenhydrate, ---Zitatende--- Meine Güte, was hier nicht alles für Mythen herumgeistern. Also Fett ohne Kohlenhydrate kann man gar nicht verdauen, sich davon nicht ernähren? Ihnen ist schon klar, dass die Eskimos jahrtausendelang völlig kohlenhydratfrei gegessen haben und dabei nicht verhungert sind? Kohlenhydrate sind keineswegs nur in Weißbrot enthalten, sondern in allem was aus Mehl gemacht wird, sowie Obst, Erbsen, Bohnen und Linsen. Was die Ägypter (auch die Oberschicht) gegessen haben wird eher Vollkorn- als Weißbrot gewesen sein, weil die Mahltechnik noch nicht ausgereift war. Gesättigte Fette kommen keineswegs nur in Tieren aus Massentierhaltung vor, sondern auch in Tieren vom klassischen Bauernhof und in Wild. Wild hat nur insgesamt weniger Fett. Ungesättigte Fettsäuren kommen aus Pflanzenölen und Fisch. Die in Brot und Reis enthaltene Stärke unterscheidet sich nicht. Falls es einen Unterschied machen sollte, ob man Brot oder Reis isst, müßte das an anderen Bestandteilen liegen. Z.B. enthält Reis weniger Eiweiß als Weizen. Kann man nicht einfach beim Offensichtlichen bleiben: Unter gutgenährten Oberschichtlern hat es auch früher schon Arteriosklerose gegeben? Wenn das zu einfach ist, möchte ich noch darauf hinweisen, dass ein Zusammenhang zw Arteriosklerose/Infarkten und Bakterienbefall von Zahnfleisch und Zahnwurzeln vermutet wird. Die Ägypter hatten grässlich schlechte Zähne, weil ihr Brot viel Sand enthielt, wegen weicher Mahlsteine. Übrigens möchte ich noch anmerken, dass man nicht ausschließen kann, dass damals geraucht wurde. Tabak natürlich nicht, der ist aus Amerika, aber Haschisch oder Opium wäre im Prinzip denkbar. Wobei das Zeug meines Wissens nicht die gefäßverengende Wirkung des Tabaks hat, ich meine nur, es ist etwas oberflächlich zu sagen die Ägypter hätten nicht geraucht.
Ursprung 06.04.2011
5. Erwartbare "Entdeckung"
Was sollen schon zivilisatorisch zugeordnungsbare Degenenationserscheinungen von vor 3 bis 5 tausend Jahren, zudem von Leuten aus der nicht fuer die damalige Gesamtmenschheit repraesentativen duennen Oberschicht fuer epidemilogische Hinweise liefern koennen? Keine! Die Zivilisation mit Nutzung degenerierter Falschnahrung begann vor 10 bis 15 Tausend Jahren, je nach geographischem und ethnologischem Umfeld. Da waren 5 bis 8000 Jahre spaeter selbstverstaendlich generell schon die meisten der gleichen unnatuerlichen Lebensweisen eingerissen, wie die Menschheit sie sich heute auch noch leistet. Es sind allenfalls noch ein paar Negativpunkte dazugekommen, Chemo-Expositionen etwa, Auto- und Industrieabgase, radioaktive Verseuchung z. B. Es liegt als mehr als nahe, dass damalige Menschen aehnlich krank wurden, wie es noch heute geschieht. Ein Wissen um die krankmachende Wirkung von Falschessen scheint keinem der Betroffenen ausreichend Motivation zu liefern, was an seinen Lebens-Stellschrauben drehen zu wollen. Wo ist also die Ueberraschung, wo sind news, wo ist ein sinnvoller Vergleich ei dieser Untersuchung gegen frueher moeglich? Nein, nichts muss neu bewertet werden.
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