Armut 50 Millionen Amerikaner leiden unter schlechter Ernährung

Es sind Zahlen, die an ein Armutsland erinnern - doch sie kommen aus den USA: Fast 50 Millionen Amerikaner haben nach Angaben von Forschern keinen sicheren Zugang zu regelmäßiger Nahrung. Die Experten warnen vor einer Verschärfung von Gesundheitsproblemen.
Suppenküche in San Francisco: Nicht immer regelmäßige Mahlzeiten

Suppenküche in San Francisco: Nicht immer regelmäßige Mahlzeiten

Foto: MARCIO JOSE SANCHEZ/ ASSOCIATED PRESS

Washington - Sie haben mit körperlichen und psychischen Problemen zu kämpfen - oder sie werden wegen ihrer Fettleibigkeit sozial ausgegrenzt. Und der wichtigste Grund dafür ist schlechte Ernährung. Nach Angaben der American Dietetic Association sind davon rund 50 Millionen Amerikaner betroffen. Demnach hatten zum Untersuchungszeitpunkt im Jahr 2008 rund 15 Prozent der US-Haushalte nicht immer Zugang zu regelmäßigen Mahlzeiten oder mussten öffentliche Ernährungshilfen in Anspruch nehmen.

"Fehlernährung wird oft durch Ereignisse ausgelöst, die das Haushaltsbudget belasten, etwa den Verlust des Arbeitsplatzes oder eine Geburt", heißt es in dem Beitrag, der im "Journal of the American Dietetic Association"  erschienen ist. Gut ein Drittel der 49,1 Millionen Betroffenen litt demnach unter gravierenden Problemen wie Essensmangel oder besonders unausgewogener Ernährung. In diesen Haushalten sparten sich die Eltern und insbesondere Mütter das Essen für ihre Kinder häufig vom eigenen Mund ab, wie die Untersuchung zeigte.

Angesichts der Wirtschaftskrise und des erwiesenen Zusammenhangs zwischen Mangelernährung und allgemeinem Lebensstandard könnte die Zahl der US-Bürger, die zu wenig oder ungesund essen, weiter steigen. Zu den möglichen Folgen gehören Fettleibigkeit, chronische Krankheiten oder Konzentrationsschwierigkeiten in der Schule. Die für die Studie verantwortlichen Ernährungsforscher forderten daher öffentliche Maßnahmen gegen das aus ihrer Sicht "vermeidbare Ernährungsproblem".

mik/AFP/Reuters