»Irgendwie schlecht gelaufen« Ständige Impfkommission will Empfehlung zu AstraZeneca-Impfstoff ändern

Deutschland empfiehlt den Impfstoff von AstraZeneca vorerst nur für Menschen bis 64 Jahre. Bald könnten auch Ältere davon profitieren.
Stiko über AstraZeneca-Impfstoff: »Wir haben nie den Impfstoff kritisiert«

Stiko über AstraZeneca-Impfstoff: »Wir haben nie den Impfstoff kritisiert«

Foto:

Marcos del Mazo / LightRocket via Getty Images

Der Corona-Impfstoff des britisch-schwedischen Herstellers AstraZeneca ist in Deutschland bisher nur für Menschen unter 65 Jahren vorgesehen. Nun hat die Ständige Impfkommission (Stiko) angekündigt, ihre Empfehlung zu dem Impfstoff zu überdenken.

Es werde »sehr bald zu einer neuen, aktualisierten Empfehlung kommen«, sagte Stiko-Chef Thomas Mertens im ZDF-»heute journal«. Zum Zeitpunkt der Empfehlung hätten keine ausreichenden Daten zur Wirksamkeit des Impfstoffs bei älteren Menschen vorgelegen. Anders als die EU-Arzneimittelbehörde Ema verzichtete die Stiko daher darauf, die Vakzine für ältere Menschen zu empfehlen.

Größere Abstände zwischen den Impfungen denkbar

»Wir hatten die Daten, die wir hatten, und haben auf der Basis dieser Daten die Empfehlung gegeben«, sagte Mertens. »Aber wir haben nie den Impfstoff kritisiert. Wir haben nur kritisiert, dass die Datenlage für die Altersgruppe über 65 nicht gut oder nicht ausreichend war.« Er räumte jedoch ein: »Das Ganze ist irgendwie schlecht gelaufen.«

Der Impfstoff von AstraZeneca hat in Deutschland einen schwierigen Stand. Denn viele Jüngere, die mit dem Mittel eigentlich geimpft werden könnten, haben Bedenken aufgrund von Berichten über Nebenwirkungen und eine verringerte Wirksamkeit im Vergleich zu anderen Vakzinen. Verbreitet schwand die Akzeptanz, mehr als eine Million Dosen des Impfstoffs lag zuletzt ungenutzt herum.

Stiko-Chef Mertens versicherte nun, der Impfstoff sei »sehr gut« und werde »jetzt durch hinzukommende neue Daten noch besser in der Einschätzung«. Er schloss aber nicht aus, die Abstände zwischen den zwei notwendigen Corona-Impfungen womöglich zu verlängern: »Ich halte das für möglich gerade bei dem AstraZeneca-Impfstoff, dass man sich da noch für etwas längere Intervalle entscheiden kann.«

Nach einem schleppenden Start beschleunigt sich das Impftempo in Deutschland zumindest etwas.

apr/AFP
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.