Fieber, Gliederschmerz, Erschöpfung Nebenwirkungen nach gemischter Impfung laut Studie etwas häufiger

Erst AstraZeneca, dann Biontech: Das wird in Deutschland unter 60-Jährigen empfohlen, die ihre erste Coronaimpfung schon erhalten haben. Eine britische Studie untersucht, wie Impfkombis wirken.
Covid-19-Impfung

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Foto: Pool / Getty Images

Wer zwei unterschiedliche Coronaimpfstoffe bei seiner Erst- und Zweitimpfung erhält, hat eine erhöhte Wahrscheinlichkeit für milde und moderate Nebenwirkungen nach der zweiten Dosis. Das geht aus vorläufigen Daten einer Studie der Universität Oxford hervor, die im Fachmagazin »The Lancet« veröffentlicht  wurden. Anlass zur Sorge um die Patientensicherheit gebe es deswegen aber nicht, betonten die Wissenschaftler. Wie gut die Impfstoff-Kombinationen schützen, wird in der Studie ebenfalls untersucht. Daten dazu werden aber erst später erwartet.

An der Studie nahmen zunächst 830 Freiwillige teil, die mindestens 50 Jahre alt waren. Die Teilnehmenden erhielten entweder eine erste Dosis AstraZeneca gefolgt von einer Dosis Biontech oder umgekehrt. Zusätzlich gab es zwei Gruppen, die entweder zweimal AstraZeneca oder zweimal Biontech bekamen. Außerdem wurden die Impfungen in verschiedenen Zeitabständen von entweder vier oder zwölf Wochen verabreicht.

Laut der aktuellen Veröffentlichung war die Häufigkeit leichter bis moderater Nebenwirkungen bei jenen Teilnehmenden erhöht, die zwei unterschiedliche Impfstoffe, egal in welcher Reihenfolge, erhielten. Gemeint sind damit verschiedene Symptome, die man auch von einer schweren Erkältung oder einer Grippe kennt: erhöhte Temperatur oder Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen, Schüttelfrost, Erschöpfung, Krankheitsgefühl. Keiner der Teilnehmenden musste wegen dieser Beschwerden ins Krankenhaus. Alle Symptome klangen schnell und ohne Komplikationen ab.

Die Teilnehmenden wurden zu Studienbeginn aufgeklärt, dass das Schmerzmittel Paracetamol gegen die Beschwerden helfen kann, aber ihnen wurde nicht geraten, das Medikament vorsorglich einzunehmen. Tatsächlich nutzten mehr Probanden aus der Gruppe der gemischt Geimpften ein Schmerzmittel als jene, die nur Biontech oder AstraZeneca bekamen – auch ein Hinweis, dass sie mit stärkeren Beschwerden zu kämpfen hatten.

»Die Ergebnisse dieser Studie legen nahe, dass die Vergabe zweier unterschiedlicher Dosen zu vermehrten Arbeitsausfällen am Tag nach der Impfung führt«, sagte Matthew Snape von der Uni Oxford, der die Studie leitet. Das sei etwa wichtig für die Planung von Impfungen bei Beschäftigten im Gesundheitsbereich. Es sei außerdem möglich, dass die Nebenwirkungen bei jüngeren Menschen noch verbreiteter seien.

Im April wurde die Studie um weitere Varianten mit den Impfstoffen von Moderna und Novavax als Zweitdosis nach einer Erstimpfung mit AstraZeneca oder Biontech/Pfizer erweitert – die Ergebnisse dazu stehen noch aus.

wbr/dpa