Zwischenergebnisse Studie weist auf höhere Wirksamkeit bei Kombi-Impfung hin

Erstimpfung mit AstraZeneca, Zweitimpfung mit Biontech: Die Kombination aus beiden Impfstoffen erhöht laut einer spanischen Untersuchung die Schutzwirkung um ein Vielfaches.
Erst AstraZeneca, dann Biontech: Ist das wirksamer?

Erst AstraZeneca, dann Biontech: Ist das wirksamer?

Foto: Marc Schüler / imago images

Wer eine Erstimpfung mit dem Mittel von AstraZeneca bekommt und sich bei der Zweitimpfung für das Präparat von Biontech/Pfizer entscheidet, könnte letztlich einen höheren Schutz vor Covid-19 haben als bei zwei Dosen von AstraZeneca. Zu diesem Schluss kommt eine Untersuchung des spanischen Gesundheitsministeriums . Erste Zwischenergebnisse einer klinischen Phase-II-Studie zu kombinierten Impfungen haben demnach einen positiven Effekt gezeigt: Die Kombination der beiden Impfstoffe war sicher und wirksam.

Nachdem der Vektorimpfstoff von AstraZeneca in Deutschland und vielen anderen Ländern wegen eines erhöhten Thromboserisikos  nur noch für Menschen über 60 Jahre empfohlen wird, stellt sich für viele Jüngere, die bereits eine Dosis von AstraZeneca erhalten haben, nun die Frage, wie sie mit der Zweitimpfung umgehen. Die Stiko hatte bereits auf die Möglichkeit einer kombinierten Impfung – also der Zweitimpfung mit einem mRNA-Präparat, etwa von Biontech oder Moderna – hingewiesen. Bund und Länder folgten der Empfehlung.

Bislang gibt es aber noch nicht ausreichend Daten zur Wirksamkeit dieser Kombination. Forscher testen seit Längerem, ob sich Coronaimpfstoffe möglicherweise miteinander kombinieren lassen – und trotzdem für den vollen Schutz sorgen oder womöglich einen noch besseren.

Die spanische Studie mit 679 Freiwilligen im Alter von 18 bis 59 Jahren hat den bisherigen Ergebnissen zufolge nun gezeigt, dass das Antikörperniveau bei der zweiten Dosis mit dem Biontech-Impfstoff zwischen 30- und 40-mal höher war als bei einer Kontrollgruppe, die nur eine Dosis AstraZeneca erhielt.

Zudem steige die Wirksamkeit offenbar durch die Kombination der beiden Vakzinen, wie aus der Mitteilung des Gesundheitsministeriums zu den veröffentlichten vorläufigen Ergebnissen der Combivacs-Studie hervorgeht. Das Niveau neutralisierender Antikörper stieg nach der Biontech-Dosis um mehr als das Siebenfache, deutlich mehr als die nach einer zweiten AstraZeneca-Dosis beobachtete Verdoppelung.

In der vergangenen Woche hatte die Universität Oxford erste Studienergebnisse veröffentlicht , denen zufolge Menschen, die zwei unterschiedliche Covid-19-Impfstoffe erhalten, häufiger über leichte oder mittelschwere Nebenwirkungen wie Kopfschmerzen oder Schüttelfrost berichten, als wenn ihnen zwei Dosen des gleichen Mittels verabreicht wurden.

Aus der spanischen Studie berichteten den Angaben zufolge nur 1,7 Prozent der Teilnehmenden von Nebenwirkungen, die sich auf Kopfschmerzen, Muskelschmerzen und allgemeines Unwohlsein beschränkten. »Das sind keine Symptome, die als schwerwiegend angesehen werden können«, sagte Magdalena Campins, eine der Studienleiterinnen, der Nachrichtenagentur Reuters zufolge.

kry/Reuters
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