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Bed Bugs: Der Feind in meinem Bett

Foto: AFP/Jewel Samad

Selbstversuch Medikament macht Bettwanzen den Garaus

Bettwanzen sind in Hotels rund um den Globus eine Plage - und wer die Parasiten erst ins eigene Schlafzimmer eingeschleppt hat, wird sie so schnell nicht mehr los. Doch ein bereits bekanntes Medikament könnte zur Waffe gegen die Blutsauger werden.

Die globale Billigfliegerei hat diverse Schattenseiten. Eine davon ist die rapide zunehmende Verbreitung von Cimex lectularius, besser bekannt als Bettwanze oder Bed Bug. Der Parasit krabbelt meist des Nachts aus dunklen Ritzen hervor und macht sich über Menschen her. Die haben am nächsten Morgen juckende Pusteln am Körper.

Im Internet kursieren zahlreiche Tipps, wie man die Plagegeister wieder loswird. In vielen Fällen aber hilft am Ende nur der Kammerjäger, der eine Menge Geld für die aufwendige Prozedur verlangt. Neue Hoffnung verspricht nun ein Stoff namens Ivermectin. Unter dem Handelsnamen Stromectol wird er bisher als Mittel gegen parasitische Würmer, Läuse, Milben und Zecken eingesetzt. Jetzt berichten Wissenschaftler, dass die Arznei offenbar auch gegen Bettwanzen wirkt.

Drei von fünf Bed Bugs, die einen mit Ivermectin behandelten Menschen gebissen hätten, seien drei Stunden später tot gewesen, erklärten die Forscher um John Sheele von der Eastern Virginia Medical School in Norfolk dem US-Nachrichtendienst Bloomberg.

Die Basis dieser Erkenntnis ist bisher allerdings denkbar klein: Sheele testete die Ivermectin-Methode lediglich an sich selbst und drei Kollegen, wie er auf dem Jahrestreffen der American Society of Tropical Medicine and Hygiene erklärte. Man habe sich von drei jungen und drei ausgewachsenen Bettwanzen beißen lassen - jeweils vor der Einnahme der Arznei sowie drei, acht, 22 und 54 Stunden danach. Die Forscher schluckten nach eigenen Angaben eine Standarddosis von 200 Mikrogramm Ivermectin pro Kilogramm Körpergewicht.

Drei Stunden nachdem sie das Ivermectin-Blut vertilgt hätten, seien die Bettwanzen entweder erkrankt oder gestorben, sagte Sheele. Zudem habe das Medikament offenbar auch die Jungtiere daran gehindert, sich zu häuten, was ein entscheidender Schritt in ihrer Entwicklung ist.

Experten-Interview

"Ivermectin wirkt gegen eine große Palette von Insekten", sagte Sheele. Nun gelte es, seine Wirkung gegen Bettwanzen unter realen Bedingungen zu testen: "Wir wollen befallene Menschen behandeln und sehen, ob sie die Bettwanzen loswerden." Bis dahin allerdings sollten Bed-Bug-Opfer aus Sicherheitsgründen wohl besser nicht gleich zu Ivermectin greifen, um den Parasiten Paroli zu bieten - immerhin gibt es auch noch den Kammerjäger.

mbe
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