Bei US-Behörde FDA Biontech-Chef plant, in zwei Wochen Zulassung für Impfstoff zu beantragen

Um möglichst schnell aus der Coronakrise herauszukommen, hoffen viele Politiker und Medizinerinnen auf einen Impfstoff. Das Mainzer Unternehmen Biontech zeigt sich nun optimistisch.
Ugur Sahin, Chef des Mainzer Unternehmens Biontech

Ugur Sahin, Chef des Mainzer Unternehmens Biontech

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Dominik Pietsch / Biontech / picture alliance / dpa

Der Chef es Mainzer Unternehmens Biontech, Ugur Sahin, geht davon aus, dass die Ergebnisse einer Wirksamkeitsstudie mit seinem potenziellen Coronavirus-Impfstoff in Kürze verfügbar sein werden. In einem Videointerview mit dem regionalen Verlag VRM  sagte er, sein Unternehmen könne Mitte November die US-Zulassung beantragen, wenn die Daten positiv sind. "Wir werden in zwei Wochen sicherlich schlauer sein", so Sahin.

Er rechnet mit ersten Wirksamkeitsdaten für Anfang November. "Wir sind optimistisch", sagte Sahin und fügte hinzu, dass bei positiven Daten Mitte November ein Antrag auf Notfallgenehmigung bei der US-amerikanischen Food and Drug Administration (FDA) eingereicht werden könnte. Biontech und sein US-amerikanischer Partner Pfizer gehören zusammen mit dem US-amerikanischen Biotechkonzern Moderna und dem britischen Unternehmen AstraZeneca zu den führenden Unternehmen im Wettlauf um die Entwicklung eines Coronavirus-Impfstoffs.

Pfizer gab am Dienstag bekannt, dass es in der 44.000-Freiwilligen-Studie noch nicht genügend Infektionen gegeben habe, um Angaben darüber machen zu können, ob der Impfstoff funktioniert oder nicht. Ein unabhängiges Gremium führt die erste Analyse durch, wenn 32 Infektionen erreicht sind. Pfizer teilte auch mit, dass die Studie, wenn sie erfolgreich ist, voraussichtlich - kurz nachdem Ende November genügend Sicherheitsdaten vorliegen - eine Notfallgenehmigung beantragen wird.

EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen sicherte zu, die Mitgliedstaaten würden "alle zur selben Zeit und zu denselben Bedingungen" Impfstoff erhalten, wenn er verfügbar sei. Die Menge sei dabei abhängig vom Anteil der Länder an der EU-Bevölkerung.

Die EU-Kommission handelt im Auftrag der Mitgliedstaaten Verträge mit Impfstoffherstellern aus. Von der Leyen forderte die EU-Regierungen nun auf, sich auf die Verteilung und Lieferketten für die Impfstoffe vorzubereiten. Allerdings hatte sie am Mittwoch gesagt, dass "im besten Fall" im April mit größeren Mengen Impfstoff zu rechnen sein.

jat/Reuters
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