Impfstoffstudie Biontech und AstraZeneca wirken gegen Coronamutante B.1.617

Einer britischen Studie zufolge schützen die beiden Impfstoffe gut gegen die vor allem aus Indien bekannte Virusvariante. Großbritannien reagiert auf deren Ausbreitung mit verkürzten Impfabständen.
Jemand zieht eine Dosis des Impfstoffs von AstraZeneca auf

Jemand zieht eine Dosis des Impfstoffs von AstraZeneca auf

Foto: Alessandra Tarantino / AP

Die Impfstoffe von Biontech/Pfizer und AstraZeneca erweisen sich einer britischen Studie zufolge als wirksam gegen die oft als »indische Coronavariante« bezeichnete Mutante B.1.617. Aus der am Samstag veröffentlichten Untersuchung von Public Health England (PHE) geht hervor, dass das mRNA-Vakzin von Biontech zwei Wochen nach der zweiten Dosis zu 88 Prozent gegen symptomatische Erkrankungen durch die indische Variante wirksam ist, während der Impfstoff von AstraZeneca eine Wirksamkeit von 60 Prozent aufweist.

Für die Studie wurden 12.675 Virusproben verwendet, von denen 1054 Fälle zur indischen Variante gehörten. Nach Angaben von PHE wurden in England zwischen dem 1. Februar und dem 18. Mai mindestens 2889 Fälle der indischen Variante verzeichnet. Davon wurden 104 Menschen im Krankenhaus behandelt, sechs Menschen starben.

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Der britische Gesundheitsminister Matt Hancock begrüßte die Ergebnisse der Studie, die er als »bahnbrechend« bezeichnete. Großbritanniens Regierung verlässt sich stark auf die gut voranschreitende Impfkampagne, musste zuletzt aber Kritik einstecken, da sich die gefährliche indische Variante in dem Land ausbreitet. Um deren Verbreitung zu stoppen, wurde der Abstand zwischen zwei Impfdosen für die über 50-Jährigen und besonders gefährdete Menschen von maximal drei Monaten auf acht Wochen verkürzt.

Bislang erhielten mehr als sieben von zehn Erwachsenen in Großbritannien eine erste Dosis des Covid-19-Impfstoffs, mehr als vier von zehn haben bereits zwei Dosen erhalten. Großbritannien ist das am schwersten von der Pandemie getroffene Land Europas. Mehr als 127.000 Menschen starben seit dem Beginn der Pandemie an den Folgen einer Coronainfektion.

Die zuerst in Indien entdeckte Coronavirus-Variante B.1.617 hat sich nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) bereits in Dutzende Länder und auf allen Kontinenten ausgebreitet. Die WHO hat B.1.617 als »besorgniserregend« eingestuft, da die Variante ansteckender und möglicherweise auch unempfindlicher gegen Antikörper sein könnte.

Angesichts der weltweiten Angst vor der zuerst in Indien entdeckten Coronavirus-Mutante geht die Regierung Neu-Delhi inzwischen gegen die Verbreitung des Begriffs »indische Variante« in Onlinemedien vor: Sie forderte Onlineplattformen auf, alle Inhalte mit dem Begriff »indische Variante« zu löschen. Zur Begründung hieß es, dass die WHO die Variante B.1.617 nicht mit einem bestimmten Land in Verbindung bringe.

mak/AFP
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