Britische Studie Das sind die größten Risikofaktoren für einen tödlichen Covid-19-Verlauf

Forscher haben Daten von gut 17 Millionen Menschen in Großbritannien analysiert, von denen fast 11.000 an Covid-19 gestorben sind. Neben Alter und Vorerkrankungen gibt es demnach weitere wichtige Risikofaktoren.
Foto: Dirk Waem/ dpa

Die Coronavirus-Pandemie betrifft zwar jeden, doch nicht alle Menschen haben ein gleich hohes Risiko, sich mit dem Erreger anzustecken oder durch die von dem Virus ausgelöste Krankheit Covid-19 zu sterben.

In Großbritannien hat jetzt ein Forschungsteam ermittelt, welche Faktoren im Zusammenhang damit stehen, dass ein Betroffener an Covid stirbt. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler analysierten medizinische Daten von gut 17,2 Millionen Erwachsenen in Großbritannien, die in elektronischer Form vorlagen und für die Studie anonymisiert wurden. 10.926 von ihnen starben im Zusammenhang mit Covid-19. Die Ergebnisse sind im Fachblatt "Nature"  veröffentlicht.

Der Gruppe um Liam Smeeth von der London School of Hygiene and Tropical Medicine und Ben Goldacre von der University of Oxford zufolge sind verschiedene Faktoren für ein größeres Sterberisiko durch Covid verantwortlich. Dieses kann sowohl darauf zurückzuführen sein, dass jemand ein höheres Risiko hatte, sich anzustecken oder im Falle der Infektion schwerer zu erkranken.

Die wichtigsten Faktoren sind demnach:

  • männliches Geschlecht,

  • höheres Alter,

  • Armut beziehungsweise ein niedriger sozioökonomischer Status,

  • verschiedene Vorerkrankungen (darunter Diabetes, schweres Asthma und Autoimmunerkrankungen),

  • starkes Übergewicht (Body-Mass-Index über 35).

  • Zudem hatten People of Color ein höheres Risiko, an Covid zu sterben.

Die Studie allein kann nicht die Ursachen aufdecken, die diesen Zusammenhängen zugrunde liegen. Das Forschungsteam fordert daher insbesondere, genauer zu klären, warum Menschen, die arm sind oder nicht weiß, ein höheres Risiko haben, an Covid zu sterben.

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Einfluss von Armut und Herkunft

"Die wichtige Botschaft dieser Studie ist, dass die Gesundheit der Menschen in diesem Land weiter stark von sozialen Faktoren beeinflusst wird, wie Armut, Ethnizität und Ungerechtigkeit - und dass Covid-19 keine Ausnahme darstellt", sagt Tom Wingfield von der Liverpool School of Tropical Medicine, der an der Studie nicht beteiligt war. Es reiche nicht aus, diese Risiken zu identifizieren und dann nichts weiter zu tun. "Wir müssen gemeinsam daran arbeiten, die Ursachen zu beseitigen", fordert er und nennt unter anderem einen besseren Zugang zu Gesundheits- und Sozialleistungen, den Abbau von Ungleichheiten, den Ausbau von Kranken- und Berufsunfähigkeitsversicherungen und den Kampf gegen Arbeitslosigkeit.

Manche Aspekte beleuchtet die Untersuchung trotz ihres großen Datensatzes nicht: Weil sie sich allein auf Todesfälle bezieht, sagt sie zum Beispiel nichts über das Risiko möglicher Langzeitschäden durch eine Covid-Erkrankung aus.

wbr
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