Corona-News am Sonntag Braun sieht Deutschland noch nicht gerüstet für Booster-Impfungen

Helge Braun fordert 20 Millionen Auffrischungsimpfungen bis Weihnachten. Statt einer Impfpflicht stellt er Ungeimpfte auf Beschränkungen ein. Und: Auf Twitter trendet eine Pro-Impf-Aktion. Das war der Überblick am 14. November.
Helge Braun: »Dafür sind wir noch nicht gerüstet«

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Foto: Frederic Kern / Future Image / IMAGO

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Braun sieht Deutschland noch nicht gerüstet für Booster-Impfungen

20.26 Uhr: Deutschland ist nach Worten von Kanzleramtschef Helge Braun noch nicht ausreichend auf notwendige Booster-Impfungen vorbereitet. »Wir müssen bis Weihnachten erreichen, dass über 20 Millionen Auffrisch-Impfungen erfolgen können. Dafür sind wir noch nicht gerüstet«, sagt der CDU-Politiker im ZDF.

Zugleich bekräftigt er, eine Impfpflicht für alle sei nicht der richtige Weg. Das geschehe nur, wenn es darum gehe, eine Krankheit generell auszurotten, etwa die Masern. Auch eine Impfpflicht für bestimmte Berufe werde die große Corona-Welle nicht verändern. Wer sich aber nicht impfen lasse, müsse wie im vergangenen Winter damit rechnen, dass es Beschränkungen gebe, damit das Gesundheitssystem nicht überlastet werde – was leider bereits gerade schon passiere.

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Israel gibt Corona-Impfungen für Kinder ab fünf Jahren frei

23.39 Uhr: Israel hat den Corona-Impfstoff von Biontech/Pfizer für Kinder ab fünf Jahren freigegeben. Damit könnten auch alle Kinder zwischen fünf und zwölf mit dem Vakzine geimpft werden, erklärte das israelische Gesundheitsministerium. Bisher war der Impfstoff bereits für Kinder ab zwölf Jahren zugelassen. Der Senkung der Altersgrenze war eine Empfehlung eines Expertengremiums vorausgegangen.

Das Biontech-Vakzin wird an Fünf- bis Elfjährige in zwei Impfungen mit einer Dosierung von jeweils zehn Mikrogramm verabreicht. Das ist ein Drittel der bei Erwachsenen üblichen Dosierung. Laut Pfizer beträgt der Schutz vor einer Covid-19-Erkrankung durch die Impfung in dieser Altersgruppe 90,7 Prozent.

Österreich entscheidet über nächtliche Ausgangsbeschränkungen für alle

22.39 Uhr: Nach dem Lockdown für Ungeimpfte denkt die österreichische Bundesregierung auch an nächtliche Ausgangsbeschränkungen für alle Bürger. Dieser Vorschlag liege auf dem Tisch und darüber werde am kommenden Mittwoch entschieden, sagte Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein (Grüne) in der ORF-Nachrichtensendung »ZiB2«.

»Wir sitzen alle im gleichen Boot«, sagte Mückstein. Wenn ein allgemeiner Lockdown verhindert werden solle, sei eine Verringerung der Kontakte zwischen den Menschen zwingend erforderlich, so der Minister weiter. Die Beschränkungen würden ab 22.00 Uhr gelten und auch eine erneute Schließung der Nachtgastronomie bedeuten.

Seit die 2G-Regel im öffentlichen Leben gilt, sind alle, die weder geimpft noch genesen sind, von weiten Teilen des öffentlichen Lebens ausgeschlossen. So dürfen sie zum Beispiel Lokale und Theater nicht mehr besuchen.

Handel fürchtet um Weihnachtsgeschäft

20.35 Uhr: Wegen des starken Anstiegs bei den Corona-Infektionszahlen und möglichen neuerlichen Einschränkungen fürchtet der Einzelhandel um das Weihnachtsgeschäft. Eine 2G- oder 3G-Regelung in den Geschäften würde »aufgrund der erforderlichen Kontrolle zu Schlangen vor den Türen« und letztlich zu einem massiven Kundenrückgang führen, sagte der Hauptgeschäftsführer des Handelsverbands (HDE) Stefan Genth, dem »Handelsblatt«.

Für die Händler sei dies mit »einer Art Lockdown« gleichzusetzen, sie müssten mit massiven Einbußen rechnen. Gerade das Weihnachtsgeschäft im November und Dezember sei wichtig, um für die Innenstadthändler das schwierige Jahr noch zu retten, sagte Genth. Erneute Einschränkungen würden »viele der ohnehin noch durch den letzten Lockdown angeschlagenen Handelsunternehmen in Existenzgefahr bringen«, sagte der HDE-Hauptgeschäftsführer. Die staatlichen Coronahilfen müssten deshalb über das Jahresende hinaus verlängert werden.

#allesindenArm: Pro-Impf-Aktion auf Twitter

19.08 Uhr: In sozialen Netzwerken verbreiten sich Falschmeldungen besonders gut, auch Desinformationen über die Coronapandemie gibt es etwa auf Twitter immer wieder. Am Sonntagabend trendete ein Hashtag, der den falschen Informationen etwas entgegensetzen soll: Unter dem Hashtag #allesindenArm posteten zahlreiche Twitter-Nutzer, wer sie sind und warum sie sich haben impfen lassen. Die Aktion soll »extremistische Impfgegner-Propaganda überschallen«, wie es ein Account  formuliert. Innerhalb weniger Stunden kamen Tausende Tweets zusammen, auch Prominente und Politiker beteiligten sich.

Lindner verteidigt Auslaufen von Corona-Notstand

17.45 Uhr: FDP-Chef Christian Lindner verteidigt das Auslaufen der epidemischen Notlage. Allgemeine Lockdowns dürfe es nicht mehr geben, so Lindner gegenüber RTL/n-tv. Aus seiner Sicht sind pauschale Ausgangssperren für geimpfte Menschen möglicherweise sogar rechtswidrig. Eine Impfpflicht für bestimmte Berufsgruppen schließt er nicht aus: »Ich möchte die Debatte der Fachleute über eine berufsbezogene Impfpflicht abwarten, bevor ich mich dazu äußere.«

Wüst will keine 2G plus-Verschärfung für Geimpfte

17.24 Uhr: Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) lehnt die Einführung einer 2G plus-Regel bei öffentlichen Veranstaltungen ab. Man sollte nicht den Geimpften, »die alles für den Gesundheitsschutz getan haben, jetzt als erstes die nächste Pflicht auferlegen«, sagte Wüst dem »Kölner Stadt-Anzeiger«. Bei dem Prinzip 2G plus bekommen auch Geimpfte und Genesene nur Zugang, wenn sie zusätzlich einen aktuellen negativen Corona-Test vorweisen können.

Wichtiger sei der Blick auf die Ungeimpften. »Wir müssen dafür werben, dass sich mehr Menschen impfen lassen«, sagte Wüst, der im Moment auch Vorsitzender der Ministerpräsidentenkonferenz ist. Der geschäftsführende Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte sich zuletzt dafür ausgesprochen, für öffentliche Veranstaltungen das Prinzip 2G plus einzuführen.

Bei dem Bund-Länder-Treffen am Donnerstag will Wüst aber auf die Einführung einer bundesweit einheitlichen 2G-Regel pochen. Das würde bedeuten, dass Ungeimpfte zu bestimmten Veranstaltungen keinen Zutritt mehr hätten. »Wir brauchen vergleichbare Maßnahmen in den Ländern, um die vierte Welle zu brechen«, sagte er.

Düsseldorfer Jecken sollen auf Saalveranstaltungen verzichten

17.08 Uhr: Die Karnevalsvereine in Düsseldorf sollen im November komplett auf Saalveranstaltungen verzichten. Eine entsprechende Empfehlung sprach das Comitee Düsseldorfer Carneval am Sonntag aus. Geplante Treffen in geschlossenen Räumen sollten auf einen späteren Termin verschoben werden. Die für kommenden Freitag geplante Kürung des Düsseldorfer Prinzenpaars mit 1000 erwarteten Besuchern soll erst Anfang Januar stattfinden.

»Die Entscheidung ist uns nicht leichtgefallen«, sagte Comitee-Präsident Michael Laumen. Angesichts der steigenden Infektionszahlen und der zunehmenden Belastung des Gesundheitssystems sehe man aber keine andere Möglichkeit. Oberbürgermeister Stephan Keller (CDU) hofft, dass die Lage dank Booster-Impfungen und der Wiedereinführung der kostenlosen Corona-Tests im Januar besser ist.

China spendet Syrien rund zwei Millionen Corona-Impfdosen

17.06 Uhr: Binnen einer Woche hat China rund zwei Millionen Impfdosen an Syrien geliefert. Allein am Sonntag kamen 500.000 Dosen Sinopharm in dem Bürgerkriegsland an, wie Gesundheitsminister Hassan Ghabasch mitteilte. Laut Chinas Botschafter verfügt Syrien nun über 800.000 Dosen Sinopharm und mehr als 1,3 Millionen Dosen Sinovac. Weniger als zwei Prozent der syrischen Bevölkerung seien geimpft, die Zahl der Infektionsfälle steige, hatte die Uno Ende Oktober gewarnt.

Natalia Wörner würde nicht mit Ungeimpften drehen

16.55 Uhr: Die Schauspielerin Natalia Wörner hat kaum Verständnis für Menschen, die sich nicht impfen lassen wollen. »Sie fordern einerseits ihre maximale Freiheit zurück, zeigen jedoch keine Bereitschaft, etwas dafür zu tun und die Gemeinschaft zu schützen«, sagte Wörner der »Bild am Sonntag«. Sie sei gegen einen Impfzwang. Mit Ungeimpften wolle sie aber nicht vor der Kamera stehen. »Ganz ehrlich: Müsste ich einen Film drehen mit jemandem, der sich nicht impfen lassen möchte, würde ich das nicht tun. Ich sehe nicht ein, warum ich mich und meine Liebsten einem Risiko aussetzen soll, weil jemand beschließt, sich der Impfung zu verweigern. Ich würde mich dabei einfach nicht wohlfühlen.«

Am Montag ist Wörner im Corona-Drama »Die Welt steht still« (ZDF, 20.15 Uhr) zu sehen. Sie spielt darin eine Intensivmedizinerin, die gegen Covid-19 kämpft.

Söder kündigt Maskenpflicht auch unter 2G-Bedingungen an und fordert Kontaktbeschränkungen für Ungeimpfte

15.05 Uhr: Angesichts der dramatisch steigenden Corona-Zahlen soll in Bayern künftig auch überall dort eine Maskenpflicht gelten, wo nur Geimpfte und Genesene Zugang haben. Das kündigte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Sonntag vor einer Klausur seines Kabinetts in München an. Die 2G-Regel erlaubt damit künftig nicht mehr, dort auf Masken komplett zu verzichten.

Zudem hält Söder Kontaktbeschränkungen für Ungeimpfte für notwendig: »Wir brauchen die Möglichkeit von Kontaktbeschränkungen für Ungeimpfte«, sagte er. Es brauche dies als Zusatzinstrument – sonst werde man der steigenden Corona-Infektionszahlen nicht Herr. Zugleich forderte er zahlenmäßige Personen-Obergrenzen für Veranstaltungen.

Mehr als 3000 Covid-Patienten in intensivmedizinischer Behandlung

14.24 Uhr: In deutschen Kliniken müssen immer mehr Covid-Patienten intensivmedizinisch behandelt werden. Die Zahl stieg nach Angaben des Intensivregisters der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi) am Sonntag auf mehr als 3000. Laut Divi-Tagesreport kamen 93 Intensivpatienten hinzu, somit befinden sich nun 3034 Menschen wegen Corona in intensivmedizinischer Behandlung. Innerhalb von zwei Wochen stieg die Zahl um rund 1000.

Der Leiter des Divi-Intensivregisters, Christian Karagiannidis, hatte am Samstag auf Twitter von einer »eingeschränkten Betriebsfähigkeit« der Intensivstationen gesprochen. »Die Mitarbeiter:innen rackern gerade weg, was sie können, aber sie sind zunehmend am Limit«, schrieb Karagiannidis. In der rbb-»Abendschau« warnte der Mediziner: »Uns rennt im Moment wirklich die Zeit davon.« Auf den Intensivstationen lägen zum »allergrößten Teil« Ungeimpfte. Zunehmend gebe es hier aber auch doppelt Geimpfte – dies seien aber vielfach ältere Menschen sowie Patienten mit Medikamenten, die das Immunsystem dämpften.

Sozialverband dringt auf tägliche Testpflicht in Heimen

13.51 Uhr: Der Sozialverband VdK hat eine bundesweit geltende tägliche Testpflicht für Mitarbeiter und Besucher von Pflegeheimen sowie für ambulante Pflegedienste gefordert. Es sei »absolut unverständlich, dass die Ampelkoalition keine bundesweit einheitliche, tägliche Testpflicht für alle in der Pflege vorgibt«, sagte VdK-Präsidentin Verena Bentele. Am Montag ist eine Expertenanhörung im Hauptausschuss des Bundestags zu den Gesetzesplänen von SPD, FDP und Grünen zum Corona-Kurs im Winter geplant. Der Bundestag will dann am Donnerstag über das geänderte Infektionsschutzgesetz abstimmen.

Nur eine solche Maßnahme könne die bereits rollende Corona-Infektionswelle in den Heimen noch brechen. Zudem müsse die Pflegehilfsmittelpauschale von 60 Euro über den 31. Dezember 2021 hinaus verlängert werden. »Angehörige, die ihre Liebsten zu Hause pflegen, haben weiterhin einen erhöhten Bedarf an Desinfektionsmitteln, Mundschutz, Schutzkleidung und Einmalhandschuhen. Daran darf auch ab 2022 nicht gespart werden, denn das Virus wird ab Januar nicht plötzlich verschwinden«, sagte Bentele.

Coronakrise bremst Luftfahrt langfristig nur leicht

13.39 Uhr: Die Coronakrise und ihre Folgen werden der Luftfahrt nach Prognosen des europäischen Flugzeugbauers Airbus langfristig nur einen kleinen Dämpfer versetzen. Airbus erwartet in den nächsten 20 Jahren einen weltweiten Bedarf von 39.020 neuen Passagier- und Frachtflugzeugen, wie Verkaufschef Steve Scherer auf der Luftfahrtschau in Dubai am Wochenende sagte. Das sind nur 0,5 Prozent weniger als Airbus in der vorangegangenen Studie vor zwei Jahren – also vor Ausbruch der Pandemie – vorhergesagt hatte. Eine wachsende Nachfrage nach Frachtflugzeugen dürfte dabei das verlangsamte Wachstum des Passagierverkehrs größtenteils wettmachen.

Airbus geht in der Studie nun von einem jährlichen Zuwachs von Fluggästen von 3,9 Prozent statt von 4,3 Prozent wie vor zwei Jahren aus. »Wir haben durch die Pandemie letztlich zwei Jahre Wachstum verloren«, sagte Scherer. In der Zeit der Reisebeschränkungen hatten viele Unternehmen festgestellt, dass sich Dienstreisen oft durch Telefon- oder Videokonferenzen ersetzen lassen.

Bundesregierung verschärft laut »Tagesspiegel« Coronaregeln um 2G-Plus

11.19 Uhr: Die Bundesregierung will nach einem Bericht des Berliner »Tagesspiegels«  die bisher vorgesehenen Maßnahmen gegen die Coronapandemie verschärfen. So werde im überarbeiteten Infektionsschutzgesetz nun auch eine 2G-Plus-Regelung für Veranstaltungen aufgenommen, berichtete die Zeitung am Sonntag unter Berufung auf die ihr vorliegenden Änderungsentwürfe. Damit könnten bestimmte Veranstaltungen nur noch von Geimpften und Genesenen mit einem zusätzlichen negativen Coronatest besucht werden. Gegenüber dem SPIEGEL bestätigte die SPD, dass der entsprechende Entwurf besteht.

Demnach soll es offenbar zu einer erheblichen Verschärfung der Kontrolle am Arbeitsplatz kommen. Dem Bericht zufolge müssen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer dann bei Betreten ihrer Arbeitsstelle ihren Impfstatus offenlegen. Wer nicht geimpft oder genesen sei, brauche täglich einen negativen Coronatest, berichtete die Zeitung. Arbeitgeber sollen ein Auskunftsrecht bekommen, zu diesem Zweck dürfen »personenbezogene Daten sowie Daten zum Impf-, Sero- und Teststatus in Bezug auf die Coronavirus-Krankheit-2019 (COVID-19), verarbeitet werden«, heiße es in dem Entwurf.

DER SPIEGEL

Der »Tagesspiegel« bezieht sich auf Änderungsentwürfe der amtierenden Bundesregierung für das überarbeitete Infektionsschutzgesetz und weiterer Gesetze zur Aufhebung der epidemischen Lage von nationaler Tragweite. Die Änderungsentwürfe gehen demnach auf Vorschläge der geplanten Ampel-Koalition aus SPD, Grünen und FDP zurück. Die 2G-Plus-Regelung hatte auch der amtierende Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) gefordert.

Dem Bericht zufolge soll in das Infektionsschutzgesetz offenbar folgender Passus ergänzt werden: »In der Rechtsverordnung kann vorgesehen werden, dass Erleichterungen und Ausnahmen für Personen, bei denen von einer Immunisierung gegen das Coronavirus Sars-CoV-2 auszugehen ist, nur bestehen, wenn sie ein negatives Ergebnis eines Tests auf eine Infektion mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 vorlegen können.«

Berliner Kulturleben bereitet sich auf 2G-Regel vor

13.51 Uhr: Im Berliner Kulturleben gilt ab Montag die 2G-Regel. An vielen Orten haben dann nur noch Geimpfte und Genesene Zutritt, ein negativer Schnelltest reicht nicht mehr aus. Nun muss beispielsweise das Hygienekonzept im Humboldt Forum – dem neuen Kulturzentrum an der Spree – angepasst werden. Bisher galt in Berliner Museen Maskenpflicht und Abstand, es musste aber beispielsweise kein Impfzertifikat nachgewiesen werden.

Das ändert sich nun: Ab diesem Montag müssten sie an den Eingängen entsprechend kontrollieren, teilte ein Sprecher des Humboldt Forums mit. »Als Nachweis müssen digital lesbare Impfzertifikate oder Genesenenzertifikate vorgelegt werden. Die Vorlage eines Impfausweises in Papierform ohne digital lesbaren QR-Code oder ein aktueller Testnachweis reichen für den Besuch nicht mehr aus.«

Divi-Präsident drängt auf »kräftige Corona-Prämie« für Intensiv-Pflegekräfte

10.49 Uhr: Der Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi), Gernot Marx, hat eine »kräftige Corona-Prämie« für Pflegekräfte im Intensivbereich gefordert, um ihnen die Belastungen durch die vierte Coronawelle erträglich zu machen. »Es braucht eine Art Corona-Prämie für die vierte Welle, und zwar eine kräftige, von der die Intensivpflege-Beschäftigten auch wirklich etwas haben«, sagte Marx der »Neuen Osnabrücker Zeitung«.

»Wir wünschen uns, dass für die Monate mit hoher Belastung der Bruttolohn netto ausgezahlt wird. Auch Nacht- und Wochenendarbeit sollte steuerfrei gestellt werden«, schlug Marx vor. »Das würde sofort bei den Leuten ankommen und ihnen zeigen, dass ihre Arbeit gewürdigt und belohnt wird.« Damit ändere man noch nichts an den Strukturen – daran müsse auch dringend gearbeitet werden. Aber so eine Prämie würde einen Motivationsschub geben.

Es brauche »jetzt und gleich ein wirklich akutes und starkes Signal der Wertschätzung«, denn schon vor Corona hätten Tausende Pflegekräfte gefehlt, und nach 22 Monaten Pandemie seien die Leute einfach erschöpft.

Sächsische AfD reicht Klage gegen 2G-Regeln ein

10.09 Uhr: Die AfD-Fraktion im Sächsischen Landtag geht gerichtlich gegen die neue Corona-Schutzverordnung vor. Die Abgeordneten wollen vom Verfassungsgerichtshof die 2G-Regel überprüfen lassen, wie die Fraktion am Sonntag mitteilte. Sachsen hatte als erstes Bundesland die 2G-Regel in weiten Teilen des öffentlichen Lebens eingeführt. Dies bedeutet, dass nur Geimpfte und Genesene in Restaurants, Kneipen oder Diskotheken dürfen, ein negativer Test reicht nicht mehr.

»Die 2G-Regel läuft auf einen Impfzwang hinaus. Dieser Impfzwang ist verfassungswidrig», sagte Fraktionschef Jörg Urban. Da die Corona-Impfstoffe bisher nur eine bedingte Zulassung hätten, kollidiere die 2G-Regel mit dem Recht auf körperliche Unversehrtheit. Darüber sei die Regelung eine inakzeptable Ungleichbehandlung der Bürger und stelle eine Diskriminierung der Ungeimpften dar. »Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) spaltet damit unsere Gesellschaft. Unsere Klage soll dazu beitragen, diesen Riss wieder zu kitten«, betonte Urban.

Drei Coronapatienten in Bulgarien bei Feuer in Krankenhaus gestorben

09.39 Uhr: Bei einem Brand in einem bulgarischen Krankenhaus sind drei Coronapatienten ums Leben gekommen. Die Männer starben in der Corona-Abteilung einer Klinik in der südöstlichen Stadt Sliwen, wie die örtliche Feuerwehr am Sonntag mitteilte. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums könnte die brennende Zigarette eines Patienten das Feuer verursacht haben.

Zwei Opfer starben laut Behördenangaben noch am Unfallort. Ein dritter Patient wurde demnach mit »schweren Verbrennungen« in ein Krankenhaus in Plowdiw gebracht, wo er am Sonntagmorgen seinen Verletzungen erlag. Sechs weitere Patienten aus benachbarten Zimmern seien in Sicherheit gebracht worden.

Bulgariens Gesundheitssystem ächzt derzeit unter der Last der vierten Coronawelle. Das Land weist eine der höchsten Corona-Todesraten weltweit auf, gleichzeitig hat es eine der niedrigsten Impfquoten der EU.

Forscher: Boosterimpfungen »katapultieren« Impfschutz nach oben

07.00 Uhr: Im Kampf gegen die Coronapandemie haben Forschende die Bedeutung von Auffrischungsimpfungen betont. »Die Boosterimpfungen katapultieren den Impfschutz erneut deutlich nach oben«, erklärte Hajo Zeeb vom Leibniz-Institut für Präventionsforschung und Epidemiologie in Bremen. Der Schutz vor einem schweren Verlauf sei nach vorliegenden Daten sogar effektiver als der kurz nach der zweiten Impfung. »Und auch der Schutz vor Ansteckung und Weitergabe einer Infektion ist sehr ausgeprägt und deutlich besser als bei Geimpften ohne die Auffrischung.«

Viola Priesemann vom Max-Planck-Institut für Dynamik und Selbstorganisation in Göttingen verwies auf Israel. Dort sei es im Sommer gelungen, die Welle bei einer ähnlichen Impfquote wie in Deutschland zu stoppen, indem rund 50 Prozent der Menschen eine Boosterimpfung bekommen haben. »Der Effekt wäre in Deutschland möglicherweise nicht ganz so stark, da der erste Impfabstand länger war und die Impfungen nicht ganz so lange her sind wie in Israel«, erläuterte sie. »Aber wir erwarten auch hier eine deutliche Wirkung.«

Wehrbeauftragte dringt auf Impfpflicht bei der Bundeswehr

06.18 Uhr: Die Wehrbeauftragte Eva Högl (SPD) mahnt eine Corona-Impfpflicht bei der Bundeswehr an. »Für Soldatinnen und Soldaten, die in den Einsatz gehen, ist eine Covid-19-Impfung bereits verpflichtend. Sie sollte für alle in der Truppe gelten, damit die Einsatzbereitschaft gewährleistet ist«, sagte sie den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Demnach kann sich das Verteidigungsministerium seit Monaten nicht mit den Personalvertretungen der Streitkräfte auf die Aufnahme der Coronaimpfung in den Katalog der sogenannten duldungspflichtigen Impfungen verständigen und hat inzwischen ein Schlichtungsverfahren in Gang gesetzt. Högl sagt, sie hoffe auf einen schnellen Abschluss dieses Verfahrens.

Australien will ab Januar Kinder unter 12 impfen

05.45 Uhr: In Australien können voraussichtlich ab Januar Kinder unter 12 Jahren gegen das Coronavirus geimpft werden. Wie Gesundheitsminister Greg Hunt mitteilt, prüfen die medizinischen Aufsichtsbehörden im Moment die Gesundheits- und Sicherheitsdaten für die Impfungen für Kinder zwischen fünf und elf Jahren. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums liegt die Impfquote in Australien bei über 16-Jährigen bei 83 Prozent und bei Kindern zwischen 12 und 15 Jahren bei 57,7 Prozent.

Viele Coronatote in Bayern waren vollständig geimpft

04.30 Uhr: Unter der rasch steigenden Zahl von Coronatoten in Bayern ist ein vergleichsweise hoher Anteil vollständig Geimpfter. Nach Daten des Landesamts für Gesundheit und Lebensmittel (LGL) lag die Quote in den vier Wochen vom 4. bis 31. Oktober bei knapp 30 Prozent. 108 der insgesamt gezählten 372 Todesopfer hatten beide Impfungen erhalten, wie die Erlanger Behörde auf dpa-Anfrage mitteilte. In der ersten Novemberwoche war der Anteil mit gut 26 Prozent etwas niedriger – 23 der 88 Coronatoten waren da vollständig geimpft.

In den vergangenen Wochen hatten auch die Krankenhäuser über eine gestiegene Zahl vollständig geimpfter Intensivpatienten berichtet. Das LGL betonte indes, dass die Zahlen mit Vorsicht interpretiert werden müssten: Als Corona-Todesopfer zählt, wer mit dem Virus infiziert war. Das bedeutet aber nicht, dass Corona auch unbedingt die Todesursache ist. Die Mehrzahl der Coronatoten sind 80 und älter, dementsprechend litten viele auch an anderen Krankheiten. Einer Auswertung der Todesfälle nach Vorerkrankungen ist jedoch laut LGL nicht möglich.

Das LGL wies auch darauf hin, dass insbesondere die Älteren schon früh im Jahr geimpft worden seien. Damit steige das Risiko einer abnehmenden Immunität. Das mache Auffrischungsimpfungen besonders wichtig.

Ganz aktuelle Zahlen zum Anteil der vollständig Geimpften unter den Coronatoten in der zweiten Novemberwoche gab es am Sonntag noch nicht. Klar ist jedoch, dass die Zahl der Toten in Bayern ebenso schnell steigt wie die Zahl der Infektionen. Laut Corona-Portal der Münchner Ludwig-Maximilians-Universität wurden in den vergangenen sieben Tagen 309 Todesfälle im Freistaat gemeldet, was im Vergleich zu Mitte Oktober mehr als eine Verdoppelung bedeutet.

Ver.di-Chef fordert Verlängerung der Pandemielage

04.30 Uhr: Ver.di-Chef Frank Werneke hat eine Korrektur des von der werdenden Ampelkoalition angepeilten Auslaufens der epidemischen Corona-Notlage gefordert. »Das Auslaufen der Pandemielage ist ein Fehler«, sagte Werneke in Berlin. »An diesem Punkt sollte es zu einer Korrektur kommen.« SPD, Grüne und FDP im Bundestag wollen gegen den Willen der Union, der amtierenden Kanzlerin Angela Merkel und etwa auch mehrerer Grünen-Gesundheitsminister der Länder die epidemische Notlage am 25. November auslaufen lassen.

Leere Innenstadt in Kiel: Kontaktsperre vorläufig nur für Ungeimpfte geplant

Leere Innenstadt in Kiel: Kontaktsperre vorläufig nur für Ungeimpfte geplant

Foto: Petra Nowack / imago images/penofoto

Mit einer Änderung des Infektionsschutzgesetzes soll den Ländern dafür befristet bis 19. März die Möglichkeit gegeben werden, einen kleineren Maßnahmenkatalog anzuwenden. Werneke kritisierte: »Das ist das falsche Signal in dieser kritischen Situation.« Nicht ausgeschlossen sei, dass es wieder zu Kontaktbeschränkungen kommen müsse. »Diese Möglichkeit soll nun aber weitgehend aus der Hand gegeben werden.« Damit stellt sich der Gewerkschaftsvorsitzende, selbst SPD-Mitglied, gegen das erste konkrete Vorhaben der angestrebten Koalition von SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz.

Österreich, Tschechien und Ungarn gelten als Hochrisikogebiete

04.03 Uhr: Fast ganz Österreich, Tschechien und Ungarn gelten ab Sonntag als Hochrisikogebiete. Wer nicht geimpft oder genesen ist, muss bei der Rückkehr aus diesen Ländern nach Deutschland in Quarantäne. Die häusliche Isolation kann erst nach fünf Tagen durch einen Test beendet werden. Die USA dagegen gelten ab Sonntag nicht mehr als Hochrisikogebiet.

Die Bundesregierung hatte Österreich – mit Ausnahme von zwei Gemeinden und dem Rißtal am Achensee – sowie Tschechien und Ungarn am Freitag wegen der hohen Corona-Neuinfektionen neu als Hochrisikogebiete eingestuft. In Österreich wurden am Samstag mehr als 13.000 Neuinfektionen verzeichnet, ein neuer Höchststand. Die Sieben-Tage-Inzidenz pro 100.000 Einwohner stieg auf 814,6. Österreich wie auch Tschechien liegen bei der Impfrate zugleich unter dem EU-Durchschnitt.

Bundesweite Inzidenz steigt auf 289

03.40 Uhr: Laut Robert Koch-Institut (RKI) ist die Zahl der positiven Coronatests auf 33.498 gestiegen. Das sind knapp 10.000 Fälle mehr als am Sonntag vor einer Woche, als 23.543 Neuinfektionen gemeldet wurden. Die Sieben-Tage-Inzidenz steigt weiter auf 289,0 von 277,4 am Vortag. Der Wert gibt an, wie viele Menschen je 100.000 Einwohner sich in den vergangenen sieben Tagen mit dem Coronavirus angesteckt haben. 55 weitere Menschen starben im Zusammenhang mit dem Virus. Damit erhöht sich die Zahl der gemeldeten Todesfälle binnen 24 Stunden auf 97.672. Insgesamt fielen in Deutschland bislang mehr als fünf Millionen Coronatests positiv aus.

Habeck bringt Kontaktsperren für Ungeimpfte ins Spiel

03.00 Uhr: Grünenchef Robert Habeck bringt angesichts der derzeitigen Coronalage Kontaktsperren ins Gespräch. »Kontaktbeschränkungen sind schmerzliche Einschnitte, das wissen wir alle noch zu gut. Aber angesichts der dramatischen Lage können sie für Ungeimpfte regional nötig werden«, sagt Habeck den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Außerdem brauchten die Länder die Möglichkeit, Veranstaltungen abzusagen, wenn die epidemische Lage es notwendig mache.

Habeck rief die Bevölkerung eindringlich zum Impfen auf. Eine Impfpflicht halte er für bestimmte Berufsgruppen für sinnvoll. Dringend geboten sei auch, 3G-Maßnahmen am Arbeitsplatz zu etablieren. Homeoffice solle wieder verstärkt genutzt werden. »Die Lage in Deutschland hat eine äußerste Dramatik. Wenn die vierte Welle nicht schnell gebrochen wird, droht das Krankenhaussystem im Dezember zusammenzubrechen«, so Habeck.

Ärzte rechnen mit deutschlandweiter Verlegung von Coronapatienten

01.05 Uhr: Ärztevertreter rechnen damit, dass Coronapatienten künftig deutschlandweit verteilt werden müssen, um Regionen mit überfüllten Kliniken zu entlasten. »Die Zahl der Coronapatienten auf den Intensivstationen wird in den kommenden Wochen so weit steigen, dass mancherorts eine überregionale, vielleicht sogar deutschlandweite Verlegung nötig sein wird, um in besonders betroffenen Regionen rechtzeitig für Entlastung zu sorgen«, sagt die Vorsitzende der Ärztegewerkschaft Marburger Bund, Susanne Johna, den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Die Ärztevertreterin zeigt sich besorgt angesichts der machtpolitischen Übergangsphase zwischen bisheriger und neuer Regierung: »Die Zahlen steigen rasant und in der Politik herrscht ein Machtvakuum zwischen alter und künftiger Regierung, Bund und Ländern.« Sie habe sich noch nie in der Pandemie so große Sorgen gemacht wie jetzt, so Johna.

Lauterbach spricht sich für 3G in Zügen aus

01.00 Uhr: Wegen der zugespitzten Coronalage fordern Politiker nun die Anwendung der 3G-Regel im Zugverkehr. Reisende müssten dann geimpft, genesen oder getestet sein. Unter anderen spricht sich auch SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach dafür aus. »3G sollte auch in Zügen gelten. In dieser Coronasituation ist es unverantwortlich, dass Menschen ungeimpft und ungetestet in vollen Zügen im Fernverkehr stundenlang eng neben anderen Passagieren sitzen«, sagte Lauterbach der »Bild am Sonntag«. Grünenchef Robert Habeck sprach sich ebenfalls für sichereres Bahnfahren aus: Darüber werde man reden müssen, sagte Habeck der Funke Mediengruppe.

Gewerkschaft befürchtet langfristigen Mangel in Pflegeberufen

0.49 Uhr: Die Gewerkschaft Ver.di hat wegen der aktuell wieder stark gestiegenen Ansteckungen mit dem Coronavirus und der drohenden Überlastung der Intensivstationen vor einem langfristigen Personalmangel in Pflegeberufen gewarnt. »Viele Beschäftigte aus der Pflege haben ihrem Beruf massenhaft den Rücken gekehrt, obwohl sie ihn lieben«, sagte Verdi-Vorstandsmitglied Sylvia Bühler der »Bild am Sonntag«. »Uns droht ein regelrechter Exodus in der Pflege.«

Neben den Berufsaussteigern würden zudem viele Pflegekräfte ihre Arbeitszeit reduzieren und immer mehr Auszubildende ihre Ausbildung abbrechen, sagte Bühler weiter. Die aktuelle vierte Welle der Pandemie habe »das Fass zum Überlaufen gebracht«. Die Krankenversorgung sei gefährdet, und zwar »nicht nur in der Pandemie, nicht nur in den Krankenhäusern, sondern auch darüber hinaus«.

Heil will Homeoffice-Pflicht wieder einführen

0.15 Uhr: Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) will wegen der weiter steigenden Ansteckungszahlen mit dem Coronavirus wieder eine Homeoffice-Pflicht einführen. Das berichtete die »Bild am Sonntag« unter Verweis auf einen ihr vorliegenden Gesetzentwurf, den das Bundesarbeitsministerium den Ampelparteien SPD, Grüne und FDP vorgelegt habe. Vorgesehen ist demnach auch eine 3G-Pflicht am Arbeitsplatz.

»Der Arbeitgeber hat den Beschäftigten im Fall von Büroarbeit oder vergleichbaren Tätigkeiten anzubieten, diese Tätigkeiten in deren Wohnung auszuführen, wenn keine zwingenden betriebsbedingten Gründe entgegenstehen«, zitiert die Zeitung aus dem Entwurf. »Die Beschäftigten haben dieses Angebot anzunehmen, soweit ihrerseits keine Gründe entgegenstehen.«

tfb/fla/nil/slü/mik/dpa/AFP/Reuters
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