Studie mit Zehntausenden Frauen Chemische Haarglättung könnte Gebärmutterkrebsrisiko erhöhen

Frauen, die sich regelmäßig die Haare glätten, erkranken einer Studie zufolge häufiger an Gebärmutterkrebs. US-amerikanische Forscher führen das auf bestimmte Chemikalien zurück.
Regelmäßige chemische Haarglättungen können Gesundheitsrisiken nach sich ziehen – zu diesem Schluss kommt eine Studie

Regelmäßige chemische Haarglättungen können Gesundheitsrisiken nach sich ziehen – zu diesem Schluss kommt eine Studie

Foto: vystekimages / Photononstop RF / Getty Images

Glatte und glänzende Haare gelten gemeinhin als Schönheitsideal. Viele Frauen versuchen daher, ihr lockiges oder krauses Haar mit Glätteisen und Haarprodukten künstlich zu glätten. Eine Studie, die von der US-Behörde National Institutes of Health (NIH) durchgeführt wurde, kommt nun zu dem Schluss, dass regelmäßige chemische Haarglättungen Gesundheitsrisiken nach sich ziehen könnten. Demnach könnten die Produkte das Risiko für Gebärmutterkrebs möglicherweise verdoppeln.

Für die Untersuchung, die im »Journal of the National Cancer Institute« erschien , wurden 33.947 Frauen zwischen 35 und 74 Jahren über einen Zeitraum von rund elf Jahren begleitet. Bei 378 wurde in dieser Zeit Gebärmutterkrebs diagnostiziert.

»Unter den Frauen, die nie Haarglättungsprodukte benutzen, entwickeln etwa 1,64 Prozent im Alter von 70 Jahren Gebärmutterkrebs«, sagt Alexandra White vom National Institute of Environmental Health Safety (NIEHS) , das die Studie durchführte. »Unter denjenigen, die regelmäßig solche Produkte benutzen, lag das Risiko bei 4,05 Prozent.« Als regelmäßig werteten die Forschenden eine Benutzung von Haarglättungsprodukten mehr als viermal im Jahr.

»Dass die Rate der Krebserkrankungen mehr als doppelt so hoch ist, ist besorgniserregend«, so White. »Dennoch muss man die Ergebnisse im richtigen Kontext betrachten: Gebärmutterkrebs ist eine eher seltene Krebsform.«

Gebärmutterkrebs ist den NIH zufolge für rund drei Prozent aller neuen Krebsdiagnosen in den USA verantwortlich. Es ist die häufigste Krebsart des weiblichen Genitals. In den USA sind die Raten demnach in den vergangenen Jahren gestiegen, vor allem bei schwarzen Frauen.

Auch in der aktuellen Studie zeigte sich, dass vor allem schwarze Frauen betroffen waren. Rund 60 Prozent der Frauen, die von einem regelmäßigen Gebrauch von Haarglättern berichteten, bezeichneten sich selbst als schwarz. »Schwarze Frauen glätten ihre Haare häufiger und fangen in jüngeren Jahren bereits damit an«, sagt Che-Jung Chang, die an der Studie beteiligt war. Die Ergebnisse seien daher vor allem für sie wichtig.

Bereits frühere Studien hätten gezeigt, dass Haarglättungsprodukte das Risiko für Krebsarten, die durch Hormone verursacht würden, steigern könnten.

In der Studie wurden keine Informationen über spezielle Produkte oder Inhaltsstoffe erhoben. Die Forschenden stellen jedoch die Vermutung auf, dass bestimmte Chemikalien wie Parabene, Bisphenol A, Metalle oder Formaldehyde dafür verantwortlich sein könnten. Die Chemikalien könnten demnach über die Kopfhaut aufgenommen werden, etwa durch Verbrennungen mit dem Glätteisen.

kry/Reuters

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